2011 – Dom (4545 m)

Zeitraum: 27.-28.08.2011

Teilnehmer: Benjamin Bolland, Benjamin Michelfelder, Christian Richardson, Marc Schuth

Tag 1 – Aklimatisierung auf dem Matterhorn
Bereits am Donnerstag fuhren drei der vier Tourteilnehmer von Karlsruhe in Richtung Zermatt um sich auf die anstregende Besteigung des Doms mit seinen 4545 m vorzubereiten und sich in einer Einsteigertour an die Höhe zu gewöhnen. Untergebracht auf dem wunderschön gelegenen Campingplatz Attermenzen in Randa, wurde die auf halber Höhe des Matterhorns gelegene Hörnlihütte (3260m) als Ziel für den Folgetag auserkohren. Trotz den ein oder anderen Einlauf-Blasen wurde die Strecke zwischen dem CO2-freien Zermatt und der Hörnlihütte in einer persönlichen Rekordzeit zurückgelegt. Mit zunehmender Höhe wurde auch das Wetter immer schlechter und so mussten wir die Besteigung des Matterhorns leider vertagen. Nach kurzem Aufenthalt auf der etwas ungemütlichen und wenig gastfreundlichen Hütte traten wir wieder den langen und aufreibenden Abstieg nach Zermatt an um den Abend gut aklimatisiert und mit drei neugewonnenen Japanischen Freundinnen bei Stirnlampe, Pasta und Wein auf dem Campingplatz ausklingen zu lassen.

Die Hörnlihütte am Fuß des Matterhorns

Die Hörnlihütte am Fuß des Matterhorns

Vor der Hörnlihütte auf 3260 Meter

Vor der Hörnlihütte auf 3260 Meter

Japanische Bergsteigerinnen

Japanische Bergsteigerinnen

Tag 2 – Aufstieg zum Winterbiwak auf 3100m
Nachdem unser vierter Mann in der Nacht von Freitag auf Samstag zu uns stoß, brachen wir am späten Samstag Morgen auf, um von Randa (1400m) den knapp 1700 Höhenmeter langen Aufstieg zum Biwakplatz anzutreten. Die Domhütte auf 2940 m war zwar nett anzusehen und ein willkommener Versperplatz, jedoch bei 40 Franken pro Nacht und vollen Räumen mit Berggruppen zu eng für uns. :) Auch, um am Gipfeltag weniger Höhenmeter zurück legen zu müssen beschlossen wir weitere 100-300 Höhenmeter bis ans Ende der Gesteinsmoräne aufzusteigen, um nach einem geeigneten Biwakplatz zu suchen. Diesen fanden wir auch wenige Stunden später nach einem mühsamen Aufstieg durch die gigantischen Gesteinsbrocken und rutschigen Geröllfelder und machten es uns auf einem kleinen Plateau auf dem Gletscher gemütlich. Bei wärmender Abendsonne genossen wir ein warmes Abendessen und frisches Gletscherwasser. Mit den meterbreiten Spalten um uns herum hatten wir uns auch schnell angefreundet und sie in unsere Herzen geschlossen. Der eine oder andere hätte eventuell weniger Tee trinken sollen um nicht mehrmals in der Nacht die (nicht zu sehr) wärmende Schutzhülle aus Schlafsack und Zelt verlassen zu müssen :)

Aufstieg Dom

Aufstieg Dom

Aufstieg Dom - Klettersteig

Aufstieg Dom – Klettersteig

Edelweiss an der Domhütte

Edelweiss an der Domhütte

Aufstieg über die Moräne

Aufstieg über die Moräne

Biwak auf 3100m

Biwak auf 3100m

Das passiert, wenn man auf dem Gletscher pinkeln geht

Das passiert, wenn man auf dem Gletscher pinkeln geht

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Tag 3 – Aufstieg Dom Gipfel, Abstieg nach Randa.

Nach einer sehr kurzen und kalten Nacht mit gefühlt 5 Minuten Schlaf machten wir uns nach knappen Frühstück gegen 4:30 Uhr morgens auf den Weg über den Gletscher, um den Dom auf dem Normalweg zu besteigen. Bereits beim Aufstehen zogen die ersten Bergführer ihre Kunden an uns vorbei und auch nachdem wir mit unserer vierer Seilschaft im Dunkeln den Spuren folgten, wollte der Strom aus Stirnlampen hinter uns nicht enden.
Nach etwa 1-2 Stunden gemütlichem über-die -Spalten-Hüpfen erreichten wir das Festijoch, dass es mittels kurzer aber durch die Dunkelheit und Masse an Menschen nur bedingt sicheren 3er-4er Kletterpassage zu überqueren galt. Vom Festijoch trennten sich einige erfahrenere Seilschaften, um den steileren aber auch direkteren Weg zum Gipfel des Dom anzutreten. Wir blieben auf dem Normalweg, der mit weniger Steigung über den langgezogenen Bergrücken zum Gipfel führt. Mit dem Sonnenaufgang im Rücken zog sich der Weg über mehrere Stunden bis zum Gipfel hin. Langsam aber sicher bekamen wir auch die Anstrengungen und die Höhe (etwa 4000 Meter) am eigenen Leib zu spüren. Jeder Schritt wird in solcher Höhe zum Kraftakt und der Körper versucht krampfhaft den benötigten Sauerstoff aufzunehmen.
Gegen 11 Uhr Vormittags erreichten wir nach einem anstrengenden Endspurt den Gipfel auf 4545 Metern. Den höchsten komplett in der Schweiz gelegenen Berg. Ein geiles Gefühl und ein atemberaubender Ausblick bei strahlendem Sonnenschein. Nach kurzer Pause, Versper und Foto traten wir schnell wieder den Abstieg an, da uns die Höhe körperlich sehr zu schaffen machte. Bereits wenige hundert Meter unterhalb des Gipfels war nicht mehr die Höhe, sondern vielmehr die brenndende Sonne das Problem.
Nach mehrstündigem Abstieg (erneut über dem Bergrücken und das Festijoch, wo wir lange wegen einer Seilschaft nicht abseilen konnten) erreichten wir unseren Biwakplatz, machten dort kurz Versperpause um dann den noch 1700Hm langen Abstieg ins Tal zu beginnen.

Bei einbrechender Dunkelheit erreichten wir den Parkplatz in Randa mit schmerzenden Kniegelenken und müde von 1200 Hm Aufstieg und 3000 Hm Abstieg. Allen Qualen zu trotz (oder gerade deswegen) sehr glücklich und zufrieden mit unserer Leistung und den gewonnenen Eindrücken. Für zwei von uns war es die erste Hochtour und damit noch umso spektakulärer.
Nach der Watzmann-Überquerung im Sommer 2011 und der Dom Besteigung wurde somit sowohl der in Deutschland, als auch der Schweiz höchste innerhalb der Landesgrenzen liegende Berg von Mitgliedern des Powderparty Bergsport e.V. bestiegen.

Berg Heil!

Sonnenaufgang auf dem Festijoch

Sonnenaufgang auf dem Festijoch

Aufstieg über Bergrücken

Aufstieg über Bergrücken

Gipfelnähe

Gipfelnähe

Dom Gipfel

Dom Gipfel

Dom Gipfel

Dom Gipfel

Abseilen über das Festijoch

Abseilen über das Festijoch

Abstieg ins Tal. Etwas weniger Gepäck aber deutlich mehr Eindrücke

Abstieg ins Tal. Etwas weniger Gepäck aber deutlich mehr Eindrücke

Benjamin Bolland, 25.11.2011