2012 – Mont Blanc (4810m)

Tag 1

Am Freitag Morgen starteten wir, Nico, Julian und Marc, in Karlsruhe zum ersten Mont Blanc Versuch der Powder Party. Der Plan war der Folgende: Aufstieg auf die Requin Hütte (2516 hm) am Samstag, Sonntags sollte es weiter auf die Cosmique Hütte (3613 hm) gehen, am Montag sollte eine Akklimatationstour stattfinden auf den Mont Blanc du Tacul (4248 hm) und Mont Maudit (4465 hm) und Dienstag Morgen sollte dann der Gipfelversuch des Mont Blancs stattfinden mit einer Überschreitung des Dome de Gouter (4304 hm). Soweit der Plan.
Nachdem wir nach 5 stündiger Fahrt in Chamonix angekommen waren, wurde eingekauft, gekocht und gepackt, bevor wir uns früh schlafen legten. Das Wetter war scheußlich!

Tag 2 (2000 Hm)

Als wir am Samstag Morgen erwachten, erwartete uns schönstes Wetter und freier Blick auf den Mont Blanc. Zum Aufwärmen stiegen wir knapp 500 hm zu einer Traffo (End) Station auf und dann wieder ab ins Tal. Nachdem wir dann den richtigen Weg zum Mer de Glace gefunden hatten, stand der Tour nichts mehr im Wege. Leichter Zivilisationsschock an der Bergstation der Zahnradbahn über dem Mer de Glace, da 1000 Touristen, teilweise mit kompletter Alpinausrüstung ausgestattet und Bergführern ihre ersten Gehversuche auf dem Gletscher wagten. Erster Höhepunkt der Tour war der Zustieg auf den Gletscher über 150m steile Leitern. Zur Verwunderung der Touristen waren wir die einzige Seilschaft die ohne Steigeisen, Seil und Bergführer über den ausgeaperten Gletscher sprintete. Kurz vor der Hütte gab es dann noch eine angenehme Überraschung in Form eines 200m hohen Leiterzustiegs, durch senkrechten Fels. Auf der Terrasse der Hütte wurde dann noch etwas gechillt. Beste Hütte der Tour!

Tag 3 (1300 Hm)

Blick aus dem Fenster, es regnet! Wir lassen die anderen Seilschaften aus der Hütte im Regen vorgehen, bevor wir uns bei beständigem Wetter aufmachten und sie innerhalb kurzer Zeit wieder einholten. Entspannter Gletscherzustieg, das Wetter wird besser und nach einigen Stunden hatten wir die Cosmique Hütte erreicht. Nico und Julian reicht das noch nicht und machten einen Nachmittagsspaziergang auf die Aiguille du Midi. Auf der vollbesetzen Hütte wurden von den 130 Betten 40 von Bergführern belegt, die Wettervorhersagen waren nicht so gut wie erhofft: Wind und Neuschnee!

Tag 4 (700 Hm)

Der erste Gipfeltag bricht an. Zur Akklimatisierung wollten wir ursprünglich den Mont Maudit und Mont Blanc du Tacul besteigen, wegen ungünstigen Bedingen verzichteten wir auf den Mont Maudit und starten um 6 Uhr bei klarem Wetter zum Hausberg, dem Tacul. Sehr interessante und schöne Tour mit kombiniertem Gelände zum Gipfel (4248 Hm), oben allerdings eisige Kälte durch recht starken Wind. Auf dem Rückweg gab es noch eine Nachmittagskraxelei über den Grat zur Hütte. Da Marc sich leider nicht 100 prozentig fit fühlte, traf er die schwere Entscheidung die Gondel ins Tal zu nehmen.

Tag 5 (2000 Hm)

Nach ein paar Stunden Schlaf klingelt der Wecker um 1 Uhr. Essenaufnahme, packen und los geht’s! Bei völliger Dunkelheit beginnen wir den Aufstieg auf die Schulter des Tacul, dann geht es weiter in Richtung Mont Maudit. Die Bedingungen sind gut und wir steigen durch die Eisflanke nach oben. Sonnenaufgang auf dem Grat, unsere Füße und Finger tauen langsam wieder auf und wir haben die Schlüsselstelle passiert. Einzig das Wetter kann uns jetzt noch aufhalten auf den letzten 600 Hm zum Gipfel. Der Wind bleibt uns bei 80-100 kmh erhalten und wir kämpfen uns durch hüfthohen Neuschnee nach oben. Auf 4500 hm kommt plötzlich ein Wetterumschwung. Zusätzlich zum Wind, Neuschnee und Kälte haben wir jetzt auch noch null Sicht. Da die Überquerung bei diesen Verhältnissen nicht möglich erscheint und der Wind immer stärker wird, drehen wir knapp 100 Hm unter dem Gipfel auf 4700 Hm um. Nach einem langen und beschwerlichen Rückweg, nach 16 Stunden unterwegs und davon 12 Stunden über 4000 Metern Höhe, erwischten wir die letzte Gondel ins Tal. Ein ausgeruhter Marc erwartete uns im Tal und zurück gings nach Karlsruhe.