2011 – 24 H MTB Sontra

Am Samstag, den 13. August, brechen wir Richtung Kassel zum 24h-Rennen von Sontra auf. Dort angekommen sind wir gleich von dem familiären Charakter des Events begeistert. Das ganze Dorf ist auf den Beinen und hilft bei dem Rennen mit! Auf einer Wiese am Dorfrand ist ein Campingplatz, wo wir unsere Zelte aufschlagen. Zu diesem Zeitpunkt ist uns noch nicht bewusst, wie wenig wir sie brauchen werden.

Nach einer letzten Kuchenstärkung (schon allein wegen des großartigen Kuchens bin ich nächstes Mal wieder dabei) beginnt um zwölf Uhr das 24h-Rennen. Wir haben zwei Teams im Rennen: ein Vierer-Team mit Ben M., Chri, Carsten und Andy und ein Fünfer-Team mit Vreni, Vinc, Marius, Fabian und Felix. Am Anfang wechseln wir bereits nach wenigen Runden, sodass jeder die Chance bekommt die 4,7 Kilometer lange Strecke mit ihren 105 Höhenmetern bei Tag kennen zu lernen. Schnell beginnt die Diskussion über die Strecke, welche die nächsten 24 Stunden andauern wird.

Der erste Teil der Strecke geht bergauf. Erst auf einer Straße, dann auf einem Waldweg. Da es am Vortag geregnet hatte, ist es etwas schlammig und der Reifen rutscht bei jedem Tritt durch. Ist man auf der Anhöhe angelangt, fährt man auf einem Forstwirtschaftsweg bis zu einer kurzen und schönen Downhill-Passage. Nach dieser geht es über leichte Hügel auf einem Schotterweg weiter. Das letzte Stück der Strecke führt über befestigte Feldwege und eignet sich gut, um noch einmal richtig Gas zu geben und seine Zeit etwas zu verbessern. Allerdings lernt jeder schnell die eine Kurve kennen, aus der man bei besonders großem Ehrgeiz hinaus ins Feld getragen wird und somit die Rundenzeit und vielleicht auch Hose und Trikot futsch sind. Kurz vor dem Ziel auf dem Stadtplatz gibt es dann noch einen unbefestigten Singletrailabschnitt.

Die ersten Runden laufen sehr gut. Zu Beginn ist natürlich jeder motiviert und tritt ordentlich in die Pedale. Nach einigen Runden kennt man die Strecke grob auswendig. Im Laufe des Tages wird das Wetter wieder schlechter und es beginnt leicht und gleichmäßig zu regnen. Gegen Abend wechseln wir seltener, sodass man länger Pause machen kann und es sich auch mal rentiert den Zeltplatz aufzusuchen. Den guten Vorsatz, dass man duscht bevor man sich in den Schlafsack legt, hat jeder schnell verworfen und sich für einige Minuten mehr Schlaf entschieden. Das Rad braucht allerdings nach jedem Fahreinsatz eine Dusche und eine ordentliche Portion Öl. Durch den andauernden Regen weichen Strecke und Fahrer langsam durch. Die Downhill-Passage ist mittlerweile derart matschig, dass sie durch die Rennleitung geschlossen werden muss.

Die anfängliche Neugierde über den Verlauf der Strecke ist verflogen. Mittlerweile kennt man jede Kurve auswendig. Jetzt beginnt der Ehrgeiz bei der nächsten Runde nicht wieder die gleichen Fehler zu machen und somit noch etwas schneller zu werden. Man merkt sich die Stellen, an denen eine Wurzel, Splitt oder eine matschige Pfütze ist. Schon bald sind die Fahrradlichter überflüssig. Nach einer weiteren geschafften Fahrerschicht ist man froh es endlich hinter sich zu haben und kann sich nicht vorstellen, dass man jemals wieder Fahrrad fahren will. Kurze Zeit später, nach einem Haufen Müsliriegel, Honigbroten und einem kurzen Nickerchen, hat man seine Meinung allerdings wieder geändert und schwingt sich erneut auf den Sattel. Durch die aufgehende Sonne wird jedem das baldige Ende des Rennens bewusst und die Motivation steigt. Auf den letzten Runden gibt jeder noch einmal sein bestes.

Insgesamt haben beide Teams zusammen 841 Kilometer zurückgelegt. Das Fünfer-Team wurde vierter in seiner Klasse, das Vierer-Team sechster.

Sontra – bis zum nächsten Jahr!

Felix Weber

Bilder unseres Teams findet ihr hier