2011 – 5000 hm MTB Rekordversuch

31.5.2011 Benjamin Michelfelder

Der Powder Party Rekord bestand darin möglichst viele Höhenmeter (hm) wie möglich mit dem MTB in 24h zu absolvieren. Hierzu suchte uns Flo zwei Routen im Schwarzwald raus, die ein besonders gutes Distanz-Höhenmeterverhältnis hatten. Beide Routen hatten den gleichen Ausgangspunkt. Somit konnte man nach jeder Runde wählen welche man als nächstes fuhr um das Event kurzweilig zu gestalten. Die größe Route hatte grob 650 hm und 16 km, die kleine Route hatte 320 hm und 7 km.

Eigentlich wissen wir nicht genau wieso dieses Event, das eigentlich für so viel Quälerei steht, so viel Andrang findet. Fakt ist, dass 6 Verrückte bereit waren an den Start zu gehen – Vreni, Robin, Fabian, Vinc, Flo und Ben.

19:00 Uhr. Es regnete. Keiner der 6 engagierten Teilnehmer verschwendete jedoch einen Gedanken daran wieder nach Hause zu fahren und das Event zu vertagen. Alle waren heiß auf die grandiose Aktion und jeder wusste, dass wir den Regen einfach nur aussitzen und den Start lediglich um wenige Stunden nach hinten verschieben würden.

Um 21:23 war es dann so weit. Wir hatten uns ein kleines Basislager eingerichtet in dem wir uns während des Rekordversuchs immer wieder an Essen und Trinken laben wollten. Als der Startschuss fiel radelten wir gemeinsam die große Runde um die Strecke etwas kennen zu lernen. Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt. Noch fühlte sich alles sehr entspannt an aber jeder wusste, dass die Strapazen ab jetzt für die nächsten 24h mit jedem Tritt ein ganz kleines bisschen größer werden würden. Wir fuhren so langsam wie wir konnten. So langsam, dass wir gerade noch unbeschwert das Gleichgewicht auf unseren Bikes halten konnten. Auf der Abfahrt verfuhren wir uns, aber deshalb erkundeten wir die Strecke ja gemeinsam.

Im Anschluss fuhren wir gemeinsam die kleine Runde. Dann ging das gleiche Spiel immer wieder von vorne los – kleine Runde, große Runde, kleine Runde, große Runde. Manchmal machten wir auch mal was Verrücktes und fuhren eine Runde zweimal hintereinander :-) … aber auch das machte die Strecken nach den ersten Runden nicht mehr interessanter. Es ging jetzt nur noch darum Höhenmeter zu schrubben und zwar total stupide.

Aber ganz so schlimm wie man sich das vorstellt war es dann eigentlich doch nicht. Nachts im Wald zu Mountainbiken  hat etwas ausgesprochen meditatives. Es ist sehr Still und man nimmt nur das Geräusch des eigenen Atmens und die gleichmäßig hin und her schwenkenden Lichter der anderen Biker wahr. Häufig wurden die Lichter von Nebelschwaden, die des Nachtens den Waldboden schmückten verschluckt. Abseits der Lichter war es stockfinster. Der modrige Geruch von feuchtem Waldboden drang einem immer wieder in die Nase. So Schön!

In den Morgenstunden regnete es dann. Es war jetzt kalt. Jedesmal, wenn wir uns in die Abfahrten stützten ging der Wind durch die klammen Klamotten bis auf die Haut und raubte Kraft. Zum Glück wurde der regnerische Morgen zu einem wunderschönen  bullenheißen Tag unter blauem Himmel. Wir kämpften an den letzten Höhenmetern auf der inzwischen unglaublich monotonen Strecke, auf der man jeden einzelnen Wegpunkt kannte. Über die Wegpunkte konnte man sich noch minimalst motivieren. Man wusste immer, wenn man am Gämsenfels war, das als nächstes der Baumstumpf mit den 2 Löchern kommen würde und dann der gebogene Baum und dann der große Stein auf den Weg und dann wenn man an der Quelle war hatte man es fast geschafft, denn dann kamen die großen Holzhaufen und dann die Hütte und dann der schone Ausblick usw. usw. usw.

Flo, Fabian und Ben haben alle drei am Ende die 5000 hm geknackt. Was aber eigentlich viel schöner ist:

WIR SIND GEMEINSAM ÜBER 24000 HM GERADELT!