2012 – Zugspitze

Nachdem wir Vreni und Sophie an der Zugspitze zurückgelassen haben, da sie
entschieden haben die Bahn ins Tal zu nehmen, sind wir voller Vorfreude und
Tatendrang zum Eingang ins alpine Gelände gestiefelt. Dort erklärte uns Marc wo
der Abstieg langgehen sollte. Von der Zugspitze aus, würden wir zur Knorrhütte
absteigen, übers Gatterl nach Ehrwald wandern und von dort aus zu unserem
Zeltplatz. Die Strecke ist aufwärts mit 6 Stunden angegeben, so dass wir ohne
Probleme pünktlich im Tal ankommen sollten um den Tag mit gemütlichem Grillen
ausklingen würden.
Mit dem Ziel vor Augen ging es los. Nachdem wir die ersten kleinen Klettersteige
abwärts bezwungen hatten gelangten wir an ein großes Schneefeld. Am Fuße des
Feldes mühte sich eine Kleine Gruppe Wanderer ab nicht ins rutschen zu kommen
und das Schneefeld zu verlassen. Wir schauten uns an und in dem Moment war klar,
dass wir eine andere Variante wählen um an den Fuß des Schneefeldes zu
gelangen. Unsere Wanderschuhe wurden kurzzeitig in Skier umfunktioniert und so
rutschten wir in Powder-Party Manier Talabwärts.
Vorbei an den geschlossenen Liftanlangen und dem Piepen der Pistenraupe im
Hintergrund wandten wir uns den Gipfeln ab und nahmen uns wieder der
Talwanderung an. Die vielen Schneefelder und schroffen Osthänge boten uns viele
schöne Ausblicke und machten uns das abwärtswandern nicht immer einfach.

Als sich die Schneefelder lichteten und die satt grüne Wiese und Moose zum
Vorscheinen kam, wurde der Weg angenehmer.
Auf dem Weg nach unten begleitete uns leider immer eine mal mehr, mal weniger
dichte Wolkenschicht. Als diese dann verschwand boten uns die Berge einen
schönen Blick auf die Knorrhütte und das Reinetal.
Wir entschieden uns kurz an der Hütte halt zu machen und dann den Weg Richtung
Gatterl einzuschlagen. An der Hütte angekommen kamen uns die letzten Wanderer
aus dem Tal entgegen, deren Ziel die Knorrhütte war. Kurz beeindruck über die Vielzahl an Bergsteigerinnen ging unsere Tour weiter
Talabwärts durch Geröllfelder und Bachläufe. Im Tal angekommen verschnauften wir
kurz und bewunderten die Schönheit der verschiedenen Fels- und Farbformationen.
Nach einiger Zeit gelangten wir an die Reintalangerhütte was uns sehr Stutzig
machte, da wir das Gatterl erwarteten. Durch eine kurze Nachfrage der Gäste, wurde
unsere schlimmsten Befürchtung bestätigt.
Wir sind im Reintal gelandet.
An der Hütte hing glücklicherweise eine Karte, so dass wir unsere Alternativen
ausloten konnten.

Möglichkeit eins war das 12km lange Reintal zu wandern, welches uns gute 2 ½
Stunden kosten würde, oder den Weg zur Knorrhütte erneut zu bestreiten.
Da die Knorrhütte jedoch 700m höher liegt als die Reintalangerhütte entschieden wir
uns für das kleinere Übel und begannen unseren Abstiegt durch das Reintal. Etwas
gefrustet, doch voller Hoffnung noch im Hellen nach Hause zu kommen ging es dann
entlang der Partnach Richtung Garmisch. Weit sind wir nicht gekommen, da uns
hinter der nächsten Kurve eine wundervolle Naturbadewanne offenbarte. Als kleine
Wiedergutmachung zum weiten Weg zum Ziel nahmen wir die Gelegenheit wahr und sprangen kurzerhand hinein.

Das Schmelzwasser schreckte uns kurz ab und verlieh uns dann wieder Kraft um
den langen Heimweg zu bestreiten.
Immer der Partnach Talabwärts hinterher lernten wir das Reintal zu schätzen. Die
Wege waren schön und die Aussicht noch besser. Die Partnach, mit ihrem hellblauem Wasser, ließ uns nicht nur einmal staunen.


Als der Wald dichter wurde, die Sonne langsam verschwand, wurden auch unsere
letzten Kraftreserven weiter aufgebraucht und sehnten uns alle nach unserem
wohlverdienten Schlaf.
Bevor wir diesen jedoch genießen konnten, erwartete uns noch ein Spektakel.
Die Partnachklamm.
Begleitet von den verrückten Ultratrailläufern (100km, 5400hm in 12 Stunden)
wagten wir uns durch die Klamm. Die tosenden Wassermassen, die an uns
vorbeischossen waren gewaltig und nur durch das letzte Licht, dass uns der Himmel
gab, zu erkennen. Um halb 11 erreichten wir dann letztendlich die Talstation der
Partnachbahn und ließen uns von unseren Fahren zurück zum Zeltplatz bringen. Da
auf Vreni und Sophie verlass war, wartete im Zeltlager der heiße Grill und ein
göttlicher Salat auf uns. So konnten wir dann doch noch den Tag ausklingen lassen
und tot ins Zelt fallen.

Am nächsten Morgen wurden wir dann durch die Sonne geweckt und krochen mit
Muskelkater aus den Zelten um diese dann abzubauen. Highlite des Tages war das bevorstehende Frühstück bei Sophies Eltern, die uns nach Strich und Faden mit
Omlette, Weißwürsten und viel Herzlichkeit verwöhnten.
Nach dem Frühstück ging es dann nach kurzem Umweg über den Staffelsee gen
Heimat.