2012 – Einsteigerskitour

Die Hohe Kugel! Das war unser Ziel für diese Einsteigerskitour. Die Hohe Kugel in Vorarlberg/Österreich. Ursprünglich war diese als Ziel für die von Marc Schuth vier Wochen früher geplante Schneeschuhwanderung gedacht. Da dies jedoch wegen zu viel Schnee an diesem Wochenende flach fiel, griff Caro dieses Ziel wieder auf. Sie war hierbei interessanterweise auf der einen Seite ambitionierte Organisatorin, konnte leider auf der anderen Seite selber gar nicht an dem Event teilnehmen. Dass die Hohe Kugel allerdings doch gar nicht SO hoch ist, dass sie den ganzen schönen Schnee der vorangegangene Wochen für uns aufheben konnte, sollten wir im Verlauf des Events feststellen.

Es war ein Zwei-Tages-Event. Start: Karlsruhe/Freitagnachmittag. 24.2.2012. Teilnehmer waren: Marc S., Sunna, Lisa S., Philipp N., Philip S., Ben, Chri, Johannes, Fabian K., Jens. Der Großteil der Teilnehmer traf sich in der Oststadt, um mit geschnürtem Ränzlein und essentieller Ausrüstung aus dem Vereins-Material-Schrank, verteilt auf zwei Autos, gen Tettnang aufzubrechen, wo sich die Residenz von Chef Michelfelder befindet. Auf dem Weg wurde jedoch ein Zwischenstopp eingelegt, um in Wangen bei „Sport Jakob“ zusätzlich benötigte Ski auszuleihen. Da es in Karlsruhe niemanden gibt, der das Volk mit Tourenski im Leihmodus versorgt, hat Chri hier seine diplomatischen und geschäftsmännischen Qualitäten zum Einsatz gebracht, und in genanntem Laden einen für Studenten finanziell ertragbaren Deal zum Leih von Skiern heraus gehandelt. Da dieser Laden nur einen unwesentlichen Umweg für die Anreise bedeutete, haben wir hier kaum Zeit durch extra Weg, umso mehr jedoch durch Anprobe und Einstellen der Ski verloren. Das hat jedoch niemanden gestört, da die so zusätzlich erhaltene Zeit zum „Socializen“ und – neudeutsch – Dummquatschen verwendet werden konnte, ganz zur Freude des Ladenpersonals.

In Tettnang angekommen trafen wir uns dann mit Ben, um gemeinsam fürs Vespern auf der Tour und für ein gemeinsames Abendessen einzukaufen. Die Idee war, zusammen noch abends in gemütlicher Runde zu essen, eine Einführung in Lawinenkunde und Umgang mit Lawinenausrüstung zu erhalten und dann nicht all zu spät ins Bett zu gehen, damit wir am Samstagmorgen pünktlich und frisch um halb sechs aufstehen könnten um zu starten. Soweit die Theorie! Tatsächlich war schon vor Ende des Essens die frisch gekaufte Flasche Gipfelschnaps leer und das letzte – und diesmal wirklich letzte – Lied verließ die Lippen der fröhlich daher schmetternden Männer gegen 3, nachdem auch der letzte Tropfen aus den 2 Bierfässchen gesaugt war. Die Techniken der Lawinenrettung wurden jedoch trotzdem gewissenhaft von Ben an den Mann gebracht.
Somit war es umso schöner zu sehen, dass trotz nur zweieinhalb Stunden Schlaf die gesamte Mannschaft mit vernachlässigbaren Auswirkungen des wenigen Schlafes pünktlich um halb sechs auf den Beinen war, um frohen Mutes den Berg in Angriff zu nehmen. In drei Autos machten wir uns von hier aus auf den Weg nach Fraxern. Hier trafen wir uns (fast) Punkt zehn nach sieben mit Fabian, der direkt von seiner Wohnung in Feldkirch zu uns stieß.

Jetzt kommt die Schneesituation ins Spiel! Im Ort angekommen, mussten wir feststellen, dass der dort vorhandene Schnee nicht mal für eine Schneeballschlacht gereicht hätte. Somit wurde vereinzelt mit dem Gedanken gespielt, auf eine komplett andere Tour auszuweichen. Da wir jedoch sowieso nicht direkt vom Ort aus starten wollten, fuhren wir zuerst auf den höher gelegenen Parkplatz beim Startpunkt, um dort zu unserer Freude festzustellen, dass zumindest auf dem geplanten Weg genug Schnee lag, um die Tour in Angriff zu nehmen. Also: Sachen ausgeladen, Piepse umgeschnallt, Klamotten angezogen, Ski und Schneeschuhe an die Füße montiert, losgelaufen und… angehalten, um die erste Schicht Kleidung wieder abzuwerfen. Zum Glück stand uns hier ein hämisch grinsender Chri zur Seite mit den helfenden Worten: „Ich hab’s euch doch gesagt!“

Erfreulicherweise verbesserte sich die Schneesituation mit jedem Höhemeter, so dass man schnell auch Abkürzungen durch echten Tiefschnee nehmen konnte, um die Sache ein wenig anspruchsvoller zu gestalten.
Entgegen den Vorhersagen entwickelte sich auch das Wetter sehr zum Guten, was dazu führte, dass beim ersten Gipfelkreuz Sonnenbrillen und Sonnencreme gezückt wurden. Allerdings war dieses Gipfelkreuz leider kein echtes Gipfelkreuz, sondern lediglich eines neben einer Hütte, was uns jedoch ausreichte, um eine Verschnaufpause einzulegen und uns alle von Marc mit Zwiebelbrot und Wurst versorgen zu lassen.

Bei leicht bewölktem Himmel und warmen Temperaturen, bewältigten wir dann auch die zweite Hälfte des Aufstieges. Obwohl man sich auf der Hohen Kugel lediglich auf 1600m Höhe befindet, erhält man von diesem Gipfel eine umwerfende Aussicht in alle Richtungen. Gen Süden erheben sich prunkvoll und majestätisch die schroffen, mit Schnee geschmückten Gipfel einer der schönsten von der Natur geformten Landschaften der Welt, den Alpen. Wendet man den Blick nach Norden, bricht diese raue und doch verzaubert wirkende Darbietung ebenso abrupt wie ernüchternd ab in die Flache Ebene des Bodensees, welche sich sanft und schlafend im Dunst des Horizontes verliert.

Nachdem wir uns alle entsprechend lang an diesem Ausblick gelabt hatten, machten wir uns an die Abfahrt. Da es, wie bereits erwähnt, nicht besonders kalt war, hatte auch der Schnee eine entsprechende Konsistenz, welche sich durch das Wie-Wort „papp-matschisch“ recht gut beschreiben lässt. Auch die Skifahrer, besonders aber die Boarder unter uns hatten mit dieser Eigenschaft recht stark zu kämpfen, da man einfach nicht vorwärts kam. Dies und die Tatsache, dass die Abfahrt mit vielen geraden oder sogar leicht ansteigenden Streckenabschnitten gespickt war, führte dazu, dass man das Board recht oft abschnallen und unter Ganzkörpereinsatz durch den Tiefschnee schleifen musste.

Das wurde allerdings immer wieder mit kurzen Abfahrten zwischendurch belohnt, so dass es im Großen und Ganzen doch wesentlich mehr Spaß als Anstrengung war. Vereinzelt wurde das Board auch einfach zum Schlitten umfunktioniert, um die An-/ Abschnallprozesse zu vermeiden. Auch die Tourenski-Anfänger hatten ihren Spaß und sind mit verkraftbar wenigen Stürzen (die ja bekanntlich zum Lernprozess gehören) den Berg wieder herunter gekommen.

Nach den Zeremonien zurück im Tal, Gesang und dem Verleih der Buttons machten wir uns dann auf den Heimweg, um nach kurzem Zwischenstopp bei Ben wieder die staubeladene Reise nach Karlsruhe anzutreten.

Zusammenfassend trotz bedingt guter Schneeverhältnisse eine sehr schöne Tour. Die Hohe Kugel bietet einem eine sehr schöne Aussicht und ist von Fraxern aus eine ideale Skitour für Einsteiger.

Jens Paul, Februar 2012