2008 – Powder Party

Powder Party 2008
7. April 2008 ein Beitrag von Benjamin Bolland

Klausuren vorbei. Stobi vorbei! Eeeendlich. Stobi hört sich ja eigentlich ganz niedlich an – isses aber nicht!

Hinter dem süßen Namen steckt das wohl eckeligste Fach dieses Semesters. “Stoffumwandlung und Bilanzen” schimpft es sich.
Neben Material-, Energiebilanzen und allen möglichen Tatsachen über Erdgas, Ammoniak, Wasser Stickstoff und andere chemische Verbindungen lernt man doch einige sehr wichtige Dinge fürs Leben…..nicht.
Neben den wenigen Sachen, die man aus der Vorlesung mitnehmen kann muss man sich dann mit alten Klausuren den Stoff versuchen beizubringen, was bei 5 Tagen Lernzeit (5 Tage davor war Werkstoffkunde und Mathe) und einer motivation die grob näherungsweise gegen 0 (in Worten: “N-U-L-L”) geht, nicht ganz so easy ist.
Egal…darum gehts es eigentlich gar nicht.

Am Tag nach besagter Klausur, die meinerseits total versiebt wurde, ging es am Freitag Nachmittag Richtung Tuttlingen bzw. Wurmlingen am Bodensee zum Ben. Ben hatte schon Ende letzten Jahres die ganze Idee ins Leben gerufen mit ein paar Wiwis aus der Uni eine SKitour zu starten. Skitour nicht im Sinne von Skifahren, sondern richtig Skitouren (mir hat das Wort vorher auch nichts gesagt so wirklich).
Es geht eben nicht (nur) ums Skifahren sondern eher darum, den Berg hochzulaufen. Wenn man das Ganze mit Skiern macht, klebt man sich Felle unten dran, bei Boarden ist das ganze etwas aufwändiger. Das Brett wird auf den Rucksack geschnallt und mit den Softboots stapft man in Schneeschuhe den Berg hoch. Mit dem ganzen Gepäck was wir am ersten Tag auf die Hütte hochgeschleppt haben hatte man schon ordentlich was auf dem Rücken.
Mit Essen, Getränken, Alkohol und ein paar Klamotten + das Board bei den Boarden kamen eigentlich alle auf mindestens 25-35kg auf dem Buckel.

Hilft aber alles trotzdem nichts…
EIgentlich hatten wir uns zum Ziel gesetzt spätestens um 9 am Parkplatz am Fuß der Berge zu seien, da es von da bis zur Carschina Hütte (glaub ich) 800 Höhenmeter waren. Und als absolute Vollnoobs die sowas noch nie gemacht haben braucht man da schon mal länger…
Aus dem Plan wurde leider nichts. Diverse AKtionen wie verfahren, Gas Tanken, Glühbirne im Autoscheinwerfer wechseln, etc haben uns dann noch so lange aufgehalten, dass wir erst gegen halb 12 am Parkplatz waren. Man bedenke, dass es um diese Jahreszeit ziemlich früh (gegen 4-5) dunkel wird. Und im Dunkeln ohne jegliche Orientierung da rumstolpern ist nicht so prickelnd. Es ist ja bei Tag schon schwer genug ;-)

PowderParty 08
Packen beim Ben

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Unsere Fahne mit Powder-Party-Logo

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Chaos

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Am Parkplatz

Leider hab ich selber während des Aufstiegs keine Bilder gemacht und hab noch nicht die Bilder von den anderen…kommen einfach onch irgendwann.

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Schon oben auf der Hütte mit 12-fach Zoom.

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Die Carschina Hüttn

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Ben

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Der zurückgelegte Weg…

Die Hütte hat während der Winterzeit (nicht alle Zimmer sind aufgesperrt) 30 Leute. Wir hatten Glück und es war nur ein einziges Pärchen mit uns am ersten Abend dort oben. Lag wahrscheinlich daran, dass Ben uns ein paar Monate vorher im Gästebuch auf der Carschine-Homepage mit 20 Leuten angekündigt hatte ;-)

Ein bisschen was zur Hütte:
Wie gesagt sind im Winter viele Räume nicht geöffnet. Im Gegensatz zum Sommer ist sie auch nicht bewirtet, d.h. wenn man so wie wir Glück hat ist man komplett unter sich. Fließendes Wasser bis auf einen kleinen Schlauch vor der Hütte der aus den Tiefen des Berges (oder wie Chri vermutet hat: aus der Kloake) kommt, gibt es nicht. D.h. entweder man schmilzt Schnee (was ziemlich lange dauert) oder man füllt den Topf mit dem Schlauch (was auch ziemlich lange dauert, da es wirklcih nur ein RInnsaal ist :) )
Gekocht und geheizt wird in der kleinen Küche mit Holzofen. Der Ofen heizt die darüberliegende Eisenplatte und dann kann man warten. Bis der Ofen erst mal richtig heiss ist, dauert es schon ein ganzes Stück, und bis er dann noch die Platte und die Töpfe darauf mit dem eiskalten Wasser darin erwärmt….. Gedult ist eine Tugend ;-)

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Die “Quelle”

Am ersten Abend gab es dann noch ein Festmahl. 20 von Bens Mum vorgekochte Rouladen mit Spätzle. Einfach nur geil :)
Normalerweise schleppt man eben Tütensuppen oder Tütennudeln mit. Hauptsache wenig Gewicht, um sich den Aufstieg zu erleichtern. Bei uns hat das wie gesagt nicht ganz so geklappt (war auch nicht geplant). Rouladen mit Spätzle und Vanille”pudding” als Nachtisch, Spaghetti mit Tomatensoße und Peste und am dritten Tag Thai Curry mit Reis und dazu natürlich jede Menge Rote Blutkörperchen (Wein) und Schnaps. ;-) Das Schleppen hat sich auf jeden FAll gelohnt

Am Nächsten Tag gings früh los auf den ersten Gipfel. Im Rucksack diesmal wesentlich weniger Gepäck. Nur das Board, Vesper und diverse Getränke (den Gipfelschnaps nicht zu vergessen).

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Auf dem Gipfel

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Gruppenbild auf dem Gipfel. Im Hintergrund am Fuß des Felsmassivs ist die Hütte.

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P-Bert

Danach gings mit riesen Schwüngen durch den feinsten Pulverschnee schlechthin ein Stück runter ins Tal wo wir dann erst mal gemütlich gevespert haben.

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Da unten haben wir uns dann getrennt – ein paar hatten keien Lust mehr und haben einen Kicker gebaut und sind bisschn gesprungen und wir sind noch auf einen bzw zwei Gipfel hoch. Eigentlich einer, weil der zweite mit dem ersten über einen kleienn Kamm verbunden ist und man in 2 Minuten auf dem anderen ist.

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Besagter Kamm. Da sollte man nicht daneben treten ;-)

Von da oben gabs dann noch mal eine herrliche 10 Minuten abfahrt wieder ein Stückchen runter ins Tal. Nicht zu weit, weil alles was man runter fährt muss man auch wieder hochlatschen.
Aber so eine “Piste” findet man in keinem Skigebiet. Endlose Weiten nur unberührter Tiefschnee.

Später am Abend haben wir uns noch in einem riesen Schneehaufen vor der Hütte ein Iglu-Schneehölen-Verschnitt gebuddelt. Unter dem Schneehaufen war eine Brotzeitbank begraben, die im Sommer wahrscheinlich fleißig genutzt wird.

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Beim “vereisen” der Höhle

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Dämmerung…

Am dritten Tag haben wir mit Abstand die geilste Tour gemacht. Die Hütte liegt nicht weit entfernt von der Grenze nach Österreich. Allerdings muss man um zu den Schluchties zu kommen einen Pass überqueren. DEN FURCHTEINFLÖSSENDEN DRUSATOR, oder man nennt es einfach Drusentor, aber das wäre ja langweilig ;-) .

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Schönes Wetter

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Ben beim filmen der Truppe

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Im Hintergrund sieht man unsere Spuren, oben auf dem Hügelchen im Hintergrund ist die Hütte.

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Im Hintergrund sieht man schon den Drusator.

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So, jezt hab ich mal wieder weniger Bilder, weil ich ja meine große Cam dabei hatte, und bis man die aus dem Rucksack gepackt hat um mal ein Bild zu machen…
Der Drusator war auf jeden Fall total geil. Ich hab noch nie so viel Wind auf einem Fleck erlebt. Man wurde echt fast weggeweht da oben.

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Das war noch nicht direkt am Pass, sondern noch ein paar hundert Meter davor.

Hier nur ein Bild vom Robin. Das war schon auf der anderen Seite beim Abstieg ins Tal. Schaut ziemlich geil aus, so war es aber auch :)

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Auf der anderen Seite gabs dann wieder eine supergeile Abfahrt runter ins Tal zur Lindauer Hütte. Hütte kann man es eigentlich fast nicht nennen. Hotel wäre treffender. Ein riesen Klotz, bewirtet mit Restaurant etc…
Da gabs dann erst mal für jeden ein Radler und einen Kaiserschmarrn, bevor es schon wieder an den Aufsteig ging.

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Das war schon wieder zurück in der Schweiz auf einem kleineren Gipfel von dem man zur Hütte abfahren konnte. Wie man sieht (alle total betrunken ^^) gab es wieder Gipfelschnaps :P

Der dritte Tag war wie gesagt für mich das Highlight. DFie Tour war hammer geil und ich war richtig gut fit. Nachdem wir abends dann wohl oder übel :D unsere letzten Schnaps- und Weinreserven vernichten mussten (runterschleppen wollte das Zeug keiner mehr) war mein Zustand am nächsten Morgen eher grenzwertig ;-) .

Es ging aber im Prinzip FAST nur noch bergab. Das blöde an diesem Wörtchen FAST: Für Boarder ist es tötlich. Ein Skifahrer kann sich mal eben mit zwei Stockschwüngen über den Anstieg schieben (meistens zu mindest). Für boarder heisst jeglicher Anstieg, für den der Schwung nicht mehr reicht: Abschnallen. Oder einen gütigen Skifahrer finden, der dann zum Muli umfunktioniert wird. Oder Teleskopstecken vom Rucksack abschnallen, aber da kann man auch gleich laufen.

Wie gesagt nach einer etwas mehr oder weniger guten ABfahrt waren wir dann schließlich und (noch nicht) endlich im Tal angelagt, ca. 1 km vom Parkplatz entfernt. Da haben wir uns dann nochmal getrennt.Ein paar Leute hatten keine Lust mehr und haben sich im Schnee vergnügt, und wir sind noch zu 8 nochmal los um den Rotspitz zu erklimmen. Ich hab mich von vorneherein nicht darauf eingestellt, dass ich das noch schaff, dazu war ich viel zu platt vom Abend und den Tagen davor. Im Endeffekt sind nur Ben, Robin und Marius oben angekommen, der Rest ist irgendwann am Weg umgedreht.
Eine krasse Leistung, wenn man bedenkt, dass das Wetter zwar anfangs total heiss war, aber dann ein richtiger Sturm kam und der Berg glaub ich nochmal um die 800 Höhenmeter bis zum Gipfel in sich hatte.
Ich hab mich irgendwann mit Chri und Andre abgesetzt und wir sind langsam den Berg hochgechillt, haben oben eine kleine Vesperpause eingelegt (natürlich hat es in diesem Moment zugezogen. Von Supersonnig zu Ichsehnichtsmehrausserweiss) und dann abgefahren zu den anderen.

Nochmal ein geiles Bild zum Schluss: ;-)

PowderParty 08
Zu sehen: Der Rotspitz, Chri und Andre. (Man sieht, bis ich die Kamera ausgepackt hatte vergeht doch einige Zeit – Rucksack ab, Board abschnallen, Rucksack auf, Kamera rauspuhlen, Foto machen, Kamera einpacken, Rucksack zu, Board festschnallen, Rucksack aufsetzen)

Soviel zur Powder Party 2008. Nächstes Jahr gehts weiter. Dann mit gravierten Flachmännern und Tshirts ;-)

Bevor ichs vergess, hier noch ein paar Highlights:

Die Powderparty-Crew in ihrer ganzen Pracht ;-)
PowderParty  08

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Panorama:
PowderParty 08
(Klicken zum vergrößern)