2010 – Powder Party

4. bis 7. März 2010
Heinrich-Hueter-Hüttemit dabei:
Andre Keller
Benjamin Michelfelder
Carsten Dickhut
Christian Richardson
Ferdinand Reitze
Florian Pier
Florian Seiferlein
Marius Trommer
Martin Aegerter
Martin Brosig
Philipp Nusser
Robin Rahn
Vincent Ehrmann

Tag 0
Anfahrt zu den Basislagern & letzte Vorbereitungen

Nach dem ersten Klausurenschub im Februar und März hieß es erst einmal Kopf frei kriegen. Was kan es da besseres geben als ein paar Tage mit den Jungs auf einer einsamen Berghütte zu sitzen?
Nach einer eher kurzfristigen Planung und Vorbereitung für die Tour (offiziell, denn eigentlich wurde im Hintergrund über Tage hinweg heimlich an der ein oder anderen Sache gebastelt…) hieß es am 3. März trotzdem Rucksack und Bretter schnappen und ab Richtung Schnee!
Bei den Familien Michelfelder und Nusser/Reitze wurden die mittlerweile zur Tradition gewordenen ersten Zwischenstopps auf dem Weg Richtung Alpen eingelegt. Nach den obligatorischen Einkäufen (Edeka, Aldi,…) und dem endgültigen Packen schauten wir noch den Vorjahres-Powder-Party-Film als Einstimmung für die bevorstehende Tour an, bevor es für ein paar wenige Stunden in die Betten ging.

Tag 1
Aufstieg mit Sissi

Was bereitet mehr Vorfreude auf die Berge, als morgens total verschlafen in Skihose im Auto zu sitzen und nur darauf zu warten, bis man die ersten Schritte im kalten Weiß zurücklegen darf? Eben.
Nach einer problemlosen Anfahrt mit Leute-Aufsammeln in Lindau standen wir dann allerdings erstmal auf einem ganz normalen Wanderparkplatz an einem Waldrand kurz überhalb von Vandans. Die ein oder andere Schneeflocke hatte sich zwar bis auf diese Höhe durchschlagen können, aber eine durchgehende Schneedecke sieht anders aus.
Geholfen hat es alles nichts, so hieß es für die ersten paar Höhenmeter Ski schultern und Schneeschuhe ans Board binden. Ben hat die Gunst der Stunde zuvor genutzt und war den Waldweg so weit es ging mit seiner Lili (sie hatte PP-Premiere!) hochgeheizt, um ein kleines Gimmick am Wegesrand zu deponieren.
Als wir bis zu jener Kehre gelaufen waren, trauten wir unseren Augen nicht – lag doch tatsächlich ein Ferkel mit Apfel im Mündchen auf seinem extra angefertigten Grill bereit, um mit dem aus dem Vorjahr bekannten Schlitten (upgegradet!) den Berg hinaufchauffiert zu werden! Nach den obligatorischen Gruppenfotos mit unserem ersten weiblichen PP-Skitouren-Mitglied, musste die Gute natürlich auch einen Namen bekommen. Schnell war er gefunden: Sissi
Nach einiger Zeit reichte der Schnee aus, um die Skier und Schneeschuhe anzuschnallen und den Schlitten abzusetzen und ziehen zu können. Im Vergleich zum Vorjahr stand uns ein geradezu lächerlicher Aufstieg bevor.
Auf der Hütte angekommen wurden die ersten Vorbereitungen für unser 3-Nächte-Quartier getroffen. Die einen schaufelten Tür und Fenster frei, andere nahmen die Sau auseinander und der Rest machte die Hütte klar (Holz hacken, Schnee schmelzen…).
Abends gab es dann gleich das erste Highlight der Tour: selbstgegrillte Sau vom selbstgebauten Grill!

Tag 2
Ein Pass und zwei namenlose Gipfel
Am 1. “richtigen” Tag hieß es früh aufstehen und die Bergwelt erkunden! Der Plan war eigentlich den Schafgafall zu erklimmen, allerdings machte uns die Orientierung und nicht zuletzt das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen haben wir es bis auf das Saulajoch geschafft, wo allerdings ein so starker Wind bließ, dass wir uns gegen eine Pause entschieden und stattdessen ein paar Höhenmeter abgefahren sind um sogleich das Gipsköpfle zu besteigen.
Nach einer Traumabfahrt an der Alpe Lün vorbei mussten wieder ein paar Höhenmeter nach oben zur Hütte zurückgelegt werden, wo wir den Nachmittag gemütlich mit Vespern und Schläfchen halten verbrachten.

Tag 3
Schneegestöber

Was morgens von der Hütte noch einigermaßen gut aussah stellte sich nach wenigen Stunden und Höhenmetern als die weiße Hölle dieser Tour heraus. Guten Mutes brachen wir auf richtung Saulakopf, dem Hausberg der Heinrich-Hüter-Hütte.
Auf dem Weg nach oben wurde das Schneetreiben immer dichter und die Wegfindung immer schwieriger. Unsere Navigatoren hantierten mit Karte, Kompass und Höhenmeter und wiesen uns den Weg nach oben.
Sobald der Abstand zum Vordermann mal mehr als 10 m betrug war die komplette Spur einfach zugeweht und man musste ständig schauen wo die schemenhaften Figuren vor einem waren, um nicht den Anschluss zu verlieren.
Ca. 200 hm unterhalb des Gipfels – in der “Gefriertruhe” – wurde es so widrig, dass wir gezwungen waren umzukehren. Aufgrund der Schneemaßen und der daraus resultierenden Lawinengefahr die einzig richtige Entscheidung.
Entschädigt wurden wir dafür mit Powder pur. Auch wenn man nur eine einzige weiße Fläche ohne Konturen vor sich hatte und die Abfahrt dadurch nicht gerade einfacher wurde.
Da wir wieder einmal entsprechend früh zurück auf der Hütte waren verbrachten wir den Nachmittag wiederum mit Vespern, singen und schlafen. Nachdem wir unser alljährliches obligatorisches Gruppenfoto im Kasten hatten stellte Ben endlich das kleine ?-Kästchen mit Skiern unten dran auf dem Tisch von dem jeder eine andere Vermutung hatte was wohl drin sein mag.
Als es ausgepackt war wussten wir leider immer noch nicht so recht, was es denn sein sollte. Eine Aparatur aus Holz mit Hebel, Zahnrad und Rasierpinsel!?
Nachdem uns Ben vorgeführt hatte, wie man damit eine Ladung Schnupftabak effektiv in die hinterste Gehirnwindung hämmert, war der Abend gerettet. Regelmäßiges Klacken aus der Hütte hat die Wölfe bestimmt davon abgehalten, die Knochenreste unserer Sissi im Schnee auszugraben…

Tag 4
Abfahrt und ein Skigipfel

Schon wieder hieß es: aufstehen, packen und abfahren! So schnell war die Powder Party 2010 vorbei gegangen, aber der Schönwetter-Tag stand uns erst noch bevor.
Der Hüttenwirt, der für eine andere Gruppe die Sommerhütte bewirtet hatte, gab uns ein paar Tipps wo wir “Skigipfel” erklimmen konnten, die auf der Abfahrt lagen.
Nach unserem Abschiedsgesang machten wir uns auf richtung Tal und trennten uns nach wenigen Minuten von den ersten Berts, die schon früh wieder in Karlsruhe sein mussten.
Der Rest machte sich auf Richtung Zaluanda Alpe. In einem wunderschönen, unberührten Tal schien uns die Sonne ins Gesicht und wir hatten einen wunderbaren Abschiedstag.
Nach 2 Skigipfeln und der schönsten Outdoor-Toilette der Vereinsgeschichte schnallten wir ein letztes Mal die Bretter unter um Richtung Parkplatz abzufahren.
Unser Schlitten überlebte die Prozedur ein weiteres Mal, auch wenn er ab und zu ein wenig umkippte.

Abends machten wir uns auf richtung Pfullendorf, wo wir im Hotel Adler die Tour revue passieren liesen und schon vom nächten Trip schwärmten…