2013 – Splitboardtour im Montafon

Navi sagt isch gut!

Teilnehmer: Jens Paul, Matthias Wendling, Johannes Maier

Es war ein trüber Samstagmorgen, an dem wir (Matze und Ich) von Karlsruhe nach Lindau am
Bodensee zur ersten Splitboardtour des Powder Party Bergsport e.V. aufbrachen. Dort trafen wir Jens, der von München kommend die Splitboards organisiert
hatte. Zusammen fuhren wir weiter ins, wohl fast jedem PowderParty-Mitglied bekannte, Montafon
nach Tschagguns zu unserem Einstiegspunkt der Splitboardtour (ca. 1000hm).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dort angekommen erwartete uns strahlender Sonnenschein und perfekter Schnee. Nicht perfekt
war allerdings, dass wir durch die Gurkerei erst um 14.00Uhr loslaufen konnten. Munter liefen
wir unserem Ziel, der Tilisunahütte (2271m) entgegen. Nach den ersten genussvollen Stunden
des Aufstiegs und einigen erholsamen Pausen, verschlechterten sich die Sichtverhältnisse. Die
Felsformationen konnten nur noch sehr schwer mit der Karte abgeglichen werden. Zum „Glück“
hatte Matze sein Handy mit Navi-Funktion dabei. Mit dessen Hilfe konnten wir immerhin die
Richtung der Hütte abschätzen. Nichts desto trotz mussten wir eine Stunde später feststellen,
dass wir komplett in die falsche Richtung gelaufen sind! Zu diesem Zeitpunkt begann es bereits zu
dämmern und wir setzen unsere Kopflampen auf. Wir folgten von nun an fast ausschließlich dem
Navi und ich musste vor fast jedem zu erklimmenden Hügel/Berg weise Wort vernehmen wie „Da
oben muss die Hütte sein“, „Oh, eine Spur, wir sind richtig!“ oder „Navi sagt isch gut!“.

Nach 2 weiteren Stunden erreichten wir dann eine Hütte. Erschöpft drehten wir ein
Ankunftsvideo. „Endlich geschafft!“, dachten wir und versuchten den Eingang zum Winterraum zu
finden. Leider gab es diesen nicht und uns wurde bewusst, dass das nicht die gesuchte Hütte war.
Matze erkannte, dass das Navi ohnehin eine andere Position der Hütte anzeigte. Also weiter…

Eine weitere halbe Stunde stapften wir durch den Schnee bis zur Position, die uns das Navi
anzeigte. „Navi sagt isch gut!“. Aber die Position war gar nicht gut! Wir waren am A* der Welt und
weit und breit keine Hütte! Wir wussten nun nicht mehr, ob wir uns auf das Navi verlassen konnten.
Aber Matze erkannte den Fehler. Die Zielkoordinaten waren die Falschen. Also ging es wieder zurück,
aber diesmal auf einem anderen Weg. Matze ging voran, dann kam Jens und Ich hechelte hinterher.
Plötzlich rief Matze, nach Erreichen eines Bergkammes: „Hütte mit Licht voraus“ und wir wussten wir
hatten es geschafft!

Endlich konnten wir uns aufwärmen und das Abendessen vorbereiten. Es gab Kassler mit Rotkraut
und Kartoffelbrei. Läuft! Danach waren wir durchaus etwas müde und gingen in die kalte
Schlafkammer. Zu unserem Unglück waren schon zwei Personen, die mit Daunenschlafsäcken und
Jacken bewaffnet waren, in diesem Zimmer. Zunächst störte uns das nicht. Erst als sie mitten in der
Nacht das Fenster aufrissen und festbanden, damit wir es nicht mehr schließen konnten, wurde es
dann doch „etwas“ kalt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Morgen freuten wir uns zunächst die Nacht überlebt zu haben und machten uns nach
dem Frühstück auf in den Schnee. Unser heutiges Ziel war die Sulzfluh (2818m). Der Weg dorthin
war bereits gespurt, was das Laufen und die Wegfindung wesentlich erleichterte. Bei strahlendem

Sonnenschein, war es ein Genuss den Berg zu besteigen. Vergessen waren alle Erlebnisse des
Vortages. Nach gerademal etwas mehr als 2 Stunden erreichten wir den Gipfel. Es bot uns ein
wunderschöner Ausblick auf die umliegenden Berge.

Jetzt kam der richtig schöne Teil der Tour: Die Abfahrt. Nach kurzem, wirklich idiotensicherem
Umbau der Splitboards konnte es losgehen. GoPro an und ab in den feinen Powder. Die Abfahrt war
bereits etwas verspurt, aber bis auf einige steinige Stellen immer noch sehr schön zu befahren. Das
Splitboard zeigte im Tiefschnee keinen großen Unterschied zum normalen Snowboard. Auf einem
Ziehweg angekommen merkte man dann doch den Unterschied, was aber auch nicht wirklich tragisch
war.

Im Tal angekommen bauten wir die Splitboards noch einmal um und liefen in kurzer Zeit zum Auto.
Von dort ging es wieder zurück nach Karlsruhe bzw. München. Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass es ein sehr aufregender und im Nachhinein echt geiler Trip war!

Jacky