Bericht zur Freeride & Freestyle Tour 2013

02. bis 04. März 2013, Heinrich Hüter Hütte / Montafon
Teilnehmer:
Isabelle Tratschitt, Lukas Schoen, Johannes Henschel, Ferdinand Reitze, Philipp Nusser, Fabian Bill, Johannes Sachs, Marc Ölschlaeger, Vincent Ehrmann, Carsten Brendel, Martin Aegerter,
Bericht von Philipp Nusser

Am 2. März starteten wir zur ersten Powder Party Freeride & Freestyle Tour, bei der tolle Powderabfahrten und Tiefschneekicker auf dem Programm standen. Nach einigem organisatorischem Hin und Her sollte es wieder einmal zur Heinrich Hüter Hütte gehen: Auf den Spuren der Spuren der Powder Party…oder so. Mit dabei waren einige, die mit ihrem Snowboard oder ihren Ski zwar sehr gut im Tiefschnee zurecht kommen, aber noch nie zuvor damit eine Tour gegangen sind.

Der Plan für den ersten Tag war folgender:

04:30 Uhr: Abfahrt Karlsruhe (Fabi, Isa, Jo, Vinc, Carsten, Joe, Lukas)
06:00 Uhr: Abfahrt Pfullendorf (Philipp, Ferdi)
07:00 Uhr: Treffpunkt Lindau, McDonalds (mit Marc aus Kempten, Aegi aus Herzogenaurach)
08:30 Uhr: Aufstieg zur Heinrich Hüter Hütte.

Ein wirklich schöner Plan. Die Realität sah allerdings so aus:

04:30 Uhr: Abfahrt Karlsruhe (bis hier hin alles gut)
06:11 Uhr: Philipp wird von Ferdi durch einen Anruf geweckt
06:38 Uhr: Abfahrt Pfullendorf
06:44 Uhr: Marc kommt am Treffpunkt in Lindau an
07:09 Uhr: Ein Karlsruher Auto trifft am Treffpunkt in Lindau ein, das andere verpasst die Ausfahrt und wartet an der letzten Ausfahrt vor dem Pfändertunnel
07:12 Uhr: Das Karlsruher Auto verlässt den Treffpunkt und fährt ebenfalls zur Ausfahrt vor dem Pfändertunnel
07:14 Uhr: Aegi kommt am McDonalds an und findet dort Marc, der nicht mitbekommen hat, dass die Karlsruher bereits da waren und wieder weggefahren sind (er hat außerdem noch nicht mal gefrühstückt)
07:40 Uhr: Es hat sich mittlerweile ein riesiger Stau vor dem Pfändertunnel gebildet, es geht nur noch mit Blockabfertigung vorwärts.
08:02 Uhr: Ferdi und Philipp haben den Stau stolz auf dem Standstreifen umfahren und treffen Marc und Aegi beim McDonalds. Sie beschließen, lieber durch Bregenz zu fahren anstatt vor dem Pfändertunnel zu warten und geben den Karlsruhern Bescheid.
08:05 Uhr: Irgendwie bekommt dies nur das eine Karlsruher Auto mit, das andere wartet noch auf Ferdi, Philipp, Aegi und Marc, die inzwischen in Begrenz im Stau stehen.
10:35 Uhr: Nach dem Stau vor dem Pfändertunnel, in Begrenz, vor der Ausfahrt ins Montafon sowie dem vollgestopften Montanfon Tal selbst sind endlich alle angekommen und bereit für den 900-Höhenmeter Aufstieg zur Hütte.

Mit der Vorfreude auf ein wolkenloses Wochenende läuft der gemeinsame Aufstieg super. Wie schon letztes Jahr müssen wir dabei einige Lawinenabgänge queren, die eindrucksvoll an vielen Stellen den kompletten Hang mit sich gerissen haben. Nach einer kurzen Verschnaufpause an der so manchem Teilnehmer bekannten Kapelle kommen wir etwas erschöpft aber glücklich an der Hütte an – und finden sie zu unserer Freude komplett leer vor. Es ist immer wieder ein spannender Moment, wenn man mit einer großen Gruppe am späten Nachmittag im Nirgendwo der Alpen an einem engen Winterraum ankommt, den man nicht vorher reservieren kann. Für die Tour wird der Gruppe noch eine Einführung in die Benutzung der LVS-Geräte gegeben. Zu befürchten hatten wir bei Lawinenwarnstufe 1-2 und konstanten Bedingungen zum Glück nichts (außer vielleicht einem Sonnenbrand). Beim gemütlichen Abendessen packt Vincent zur Freude aller Teilnehmer für jeden eine Dose Bier aus seinem Rucksack und zerstreut so die vorausgegangene Enttäuschung einiger Teilnehmer darüber, dass er dieses Jahr kein Bierfass dabei habe.


Skitour Heinrich Hüter Hütte – Saulakopf vom 03.03.2013 Powder Party Bergsport e.V.

Nichtsdestotrotz starten wir am nächsten Morgen bereits sehr früh: Auf dem Plan steht der 2.516m Hohe Saulakopf. Nach dem diszipliniertem Aufstehen um 5 Uhr sind wir bereits einige Höhenmeter gegangen, bis uns die ersten Sonnenstrahlen erreichen. Bevor es in den Gipfelanstieg geht, genießen wir die Sonne bei einem ausgiebigen Vesper. Leider müssen wir hier Carsten zurücklassen, dessen schwerer Rucksack, voll mit Luxusgegenständen wie Karotten (inklusive Schäler), 1,5kg Brot und einem Haufen Wechselklamotten, sämtliche Kraft- und Ausdauerreserven aufgebraucht hat. Aber ein gemütlicher Sonnentag in den Alpen ist auch nicht zu verachten! Danach geht es zum Endspurt in Richtung Gipfel, bei dem der ein oder andere sich bereits genauestens umsieht, um später bei der Abfahrt die besten Hänge nicht zu verpassen oder bereits die perfekte Position für den nachmittäglichen Kicker ausfindig zu machen. Nach und nach treffen alle am atemberaubenden Gipfel des Saulakopf ein und genießen, teilweise zum ersten Mal, dieses einmalige Gefühl von Stolz und Freiheit, das entsteht, wenn man aus eigener Kraft einen Berg bezwingt. Fast eine Stunde sitzen wir dort bei Windstille in der Sonne und genießen Gipfelschnaps, Käse und die Aussicht auf Zimba & Co., bevor wir uns an den Abstieg machen. Als wir die ersten Meter mit Board und Ski unter dem Arm vom Gipfel absteigen, stolpert Aegi plötzlich an einem der vielen herausstehenden Felsen und rutscht den Hang hinunter. Zum Glück kommt er nach einigen Metern zum Stehen. Sein Board rast weiter in Richtung Tal, überlegt es sich aber nochmal anders und bleibt im Schnee stecken. Etwas geschockt eilen die ersten Aegi zu Hilfe, der beunruhigend viel Schnee rot gefärbt hat. Nachdem ihm der Finger, den er sich an der Boardkante aufgeschlitzt hat, verbunden ist, kann er es jedoch kaum erwarten, den vor ihm liegenden genialen Powderhang runterzuheizen. So genießt jeder für sich die ersten hundert Höhenmeter der steilen Abfahrt im Schatten des Gipfels. Während die eine Hälfte der Gruppe direkt weiter zur Hütte abfährt, um den schönnen Sonnentag noch auf der Terrasse der Hütte zu genießen, funktioniert die andere Hälfte einen Felsen zum Kicker um. Vincent und Lukas sind noch längst nicht am Ende ihrer Kräfte und beschließen daher, nach ein paar hundert Höhenmeteren Abfahrt nochmals bis fast ganz nach oben aufzusteigen, während Marc, Ferdi, Philipp, Joe und der eigentlich verletzte Aegi am Kicker den “Freestyle”-Teil der Tour ausleben. Gegen Nachmittag treffen wir uns alle zusammen auf der Sonnenterrasse der Hütte, genießen Ferdis eigens hochgeschlepptes Hefeweizen-Fässchen und loben den von Carsten in wirklich mühevoller Arbeit in den Schnee gegrabenen Weg vom Winterraum auf die Terrasse.

Während wir es endlich schaffen, den Winterraum nach stundenlangem Ofenbefeuern einigermaßen aufzuwärmen, beschließen Vinc und Fabi, draußen zu biwaken, um die eigentlich für ein Iglu hochgeschleppten Schlafsäcke doch noch zu benutzen. Nicht minder erholt als die restlichen Teilnehmer starten sie am letzten Tag zusammen mit dem unverletzt gebliebenen Teil der Gruppe in ein kleines Tal zu einer kurzen Tour, bei der wir noch eine letzte geniale Powderabfahrt genießen. Bei der langen Abfahrt ins Tal jagt uns Marc noch einen Schrecken ein, als er beim Überfahren einer Altlawine an einem Ast hängen bleibt und in den Wald hinunterstürzt. Zum Glück bleibt er unverletzt, so dass wir alle glücklich und um viele Erfahrungen reicher wieder in die Heimat zurückkehren.

Noch mehr Fotos von der Tour sind im Facebook Fotoalbum zu finden.

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