2015 – Vogesen-Genusstour oder „Wandern“ wie Gott in Frankreich

Wichtiges Vokabular für Nachahmer:
Le fromage = Der Käse; Le pluie = Der Regen ; Le randonneuer = Der Wanderer ; Le vin rouge = Der Rotwein ; Le jouissance = Der Genuss ; Les Vosges = Die Vogesen ; L‘ Auberge = Das Gasthaus ; La crevasse = Die Spalte; Hypermarchés = Die größte Klasse franz. Supermärkte; Le cidre = Der Apfelwein

Vortag

Für die ersten 4 war das Fernweh und die Sehnsucht im Freien zu campen zu groß und sie reisten schon am Vorabend zu Christi Himmelfahrt an. Sie erkundeten dabei erstmal die Weiten eines Hypermarchés und besorgten die Verpflegung für die folgenden Abende sowie das wanderfreundliche Dosenbier und die lokalen Weine.

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Tag 1 – Donnerstag – Christi Himmelfahrt

Als dann alle die Passhöhe: Col de la Schlucht (1139m) erreicht hatten, wurden die Einkäufe auf die 60 – 90+ Liter Wanderrucksäcke verteilt und 9 Mann liefen los in Richtung Norden.
An einer verschlossenen Schutzhütte die alles bot, wurden am Abend die Zelte aufgestellt und gleich das Feuer angeschmissen. Vom übermäßigen Regen blieben wir über den Tag verschont, er setzte dann jedoch passend nach dem Essen ein und schüttete und stürmte über die Nacht was ging.

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Tag 2 – Freitag

Bei Temperaturen nahe Null mit Graupelschauern brach der frostige Morgen an. Das noch klimmende Feuer war nach dem Zeltabbau Gold wert für die Finger. Das heiße Kochwasser für Kaffee und Milchpulver genauso. Zum Glück ließ das spätere Wandern dann auch unser inneres Feuer entfachen. Trotzdem lockte uns eine Auberge mit warmer Stube und heißer Schoki. Damit war uns warm bis zur Passhöhe Col de la Schlucht, wo wir den Rest unseres Essens aus den Autos mitnahmen und wir unter dem einzigen Dach frierend Mittag machten. Außerdem setzte nun der Regen wieder richtig ein und wir wanderten um den Steilfels bis zu einer paradiesischen Hütte, an der wir beschlossen zu übernachten und unsere Rucksäcke erstmal abschmissen. Da wir an diesem Tag hinter unserem ambitionierten Tagessoll blieben, wollten wir noch den Le Honeck besteigen. Bei Nebel schien das aber fürs Navigieren anspruchsvoller zu sein, so besichtigten aus Versehen zwei von uns noch schnell den petit Honeck bevor alle zusammen mit dem lokale Bier LICORNE anstoßen konnten.

Tag 3 – Samstag

Nachdem die Sonne uns unter unserem Hüttenvordach grüßte, frühstückten wir endlich nebelfrei. Wir packten zusammen und wollten die geplante Route weiterwandern bis uns wieder eine Auberge in die Quere kam. Ursprünglich sollte es nur eine kleine Pause für ein Einhorn werden, nutzten wir dann doch unser Verhandlungsgeschick beim Wirt für ein schlemmer-dich-rundum-glücklich Paket.

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Nach der ausgedehnten Mittagspause, begleitet von einem Almauftrieb der Kühe, hieß es nun weiter der Route nach. Nachdem noch kurz eine Kaffeepause am See eingelegt wurde, kam dann nach großer Überlegung unter Heranziehen der Stabillitäts-Formel (S=P_p * v^2) und dem Vergleich zum Routensoll die Entscheidung. Und die war nach dem Magen vollhauen so, einfach den direkten Weg zu nehmen und so gingen wir richtig Steil. Und zwar die Direttissima an der Ostwand des Le Honeck.

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Tag 4 – Sonntag

Leider war das nun die letzte Nacht bei der gemütlichen Hütte, unter Gottes freier Natur und im Schlafsack, was so Manchen etwas traurig stimmte. Doch wir mussten montags wieder in Karlsruhe sein und so marschierten wir den Berg hoch, vorbei an den letzten Resten von ehemaligem Powder und gönnten uns nochmal eine letzte Auberge. Hier gab es passend für uns cidre in Krügen und natürlich unser geliebtes Einhorn. Für die Tour reichte es dann aber auch und so fuhren wir am Mittag nach Hause um uns noch Zeit zu geben von der ausgefallenen Tour wieder runterzukommen.

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