2025 – Mehrseillängen-Klettern Steinseehütte
Zum zweiten Mal führte uns der Weg zur liebevoll bewirtschafteten Steinseehütte – und wie es sich für eine echte Berghütte gehört, wurden wir nicht mit Postkartenwetter empfangen. Im Zustieg wurden wir mit ein paar Regenschauern begrüßt, aber der forecast für die nächsten Tage stimmte uns zuversichtlich.

Der nächste Tag startete zunächst neblig und dazu ein, die Wandermöglichkeiten um die Hütte zu erkunden. So machten wir uns auf den Weg zur Hanauer Hütte. Steilwände, Nebelschwaden und felsige Silhouetten zogen uns in ihren mystischen Bann.
Dort angekommen, stärkten wir uns und plünderten die Kuchen-Theke, bevor es über eine andere Scharte zurückging. Wieder begleiteten uns spektakuläre Fels-Nebel-Formationen – bizarre Türme, die aus dem Grau emporwachsen, diffuse Lichtspiele zwischen Dunst und Kalk.

Zurück auf der Steinseehütte zeigte sich einmal mehr: Die Kulinarik dort entschädigt auch Schlechtwetterphasen. Jeder Regentropfen des Vortags war vergessen, spätestens beim Blick auf die Teller. Die Vorfreude auf den angekündigten sonnigen Sonntag wuchs mit jeder Minute.


Und tatsächlich: Am nächsten Morgen zogen drei Seilschaften los zu einer Genusstour – einem echten Steinseehütten-Klassiker, der hier seit Jahren Kletterherzen höherschlagen lässt. Auf drei verschiedenen Wegen ging es dem Gipfel entgegen, jede Seilschaft in ihrem eigenen Rhythmus, und doch mit demselben Ziel. Oben traf man sich, teilte Gipfelglück und Seilkommandos, bevor es gemeinsam wieder hinunter ging. Zurück an der Hütte wurde der Tag gebührend mit einem ’holy aperoly’ gefeiert, angelehnt an den Allzeit-Klassiker, – verdient, kühl und in der Nachmittagssonne besonders schön.


Zwei weitere Seilschaften stellten sich einer größeren Herausforderung. Nebeneinander gestartet, fanden sie sich plötzlich in derselben Route wieder – eine kreative Wegfindung machte es möglich. Nach einigem Warten in der Wand, bis die Schlüsselstelle frei wurde, entschied sich Team 1 schließlich zur Umkehr und seilte über die Kletteroute ab, um den gemeinsamen Abstieg nicht zu verpassen.
Team 2 hingegen zog durch. Seillängen um Seillängen arbeiteten sie sich nach oben, konzentriert und ausdauernd. Als das Gipfelkreuz erreicht wurde, warfen die Gipfelzacken schon lange Schatten. Das Abseilen im Schrofengelände sollte noch ein Zeitfresser werden, den man so nicht einkalkuliert hatte.
Als es dämmerte, wurden die Stirnlampen ausgepackt, bis man schließlich in völliger Dunkelheit den Wandfuss erreichte. Kurzfristig wurde auf der Steinseehütte noch eine Übernachtung drangehängt und der Abstieg ins Tal auf den Folgemorgen verschoben.


Ein Wochenende zwischen Regen und Sonne, Nebel und Fernsicht, Genuss und Herausforderung. Einmal mehr zeigte sich:
Die Steinseehütte ist nicht nur ein Ort im Gebirge, sondern ein Gefühl, zu dem man immer wieder gerne zurückkehrt.
