2025 – Vereinswanderung
Die alljährliche Powder Party Vereinswanderung fand diesmal am letzten Juniwochende statt. Insgesamt 24 Powders aus Karlsruhe, München, Freiburg, Ulm, Friedrichshafen und Chur kamen für dieses Wochenende auf die Heinrich-Hüter Hütte im Rätikon.

Trotz der schlechten Wettervorhersagen haben sich 12 Powders bereits am Donnerstag auf den Weg gemacht, um gegen Abend aufzusteigen. Wegen des Regens wurde noch ein Zwischenstopp im Intersport eingelegt, um noch letzte Schuhe zu imprägnieren. In strömendem Regen wurde dann (gut gelaunt) der Zustieg von gut 2.5h in Angriff genommen – zum Glück gewitterfrei. Alle waren überrascht von dem niedrigen Wasserstand des Lünersees, der auf halbem Zustieg lag. Auf der Hütte angekommen, wurde der Trockenraum regelrecht von uns belagert, und in trockener Kleidung begrüßte uns das Team noch mit Getränken, während wir die Pläne für den nächsten Tag besprachen.

Der Freitag bot umso besseres Wetter, sodass sowohl alpines Klettern auf die Zimba über den Westgrad als auch eine Klettersteigtour unternommen wurde. Nach langem Suchen nach einem verlegten Kletterhelm und damit einhergehenden Sprints sind 3 Seilschaften Richtung Zimbajoch aufgestiegen für die (für manche) herausfordernde, aber wunderschöne Klettertour. Trotz langer Abseilaction kehrten alle Powders pünktlich vor dem Abendessen auf die Hütte zurück. Hier sonnten sich bereits die anderen Powders und genossen Kaffee und Kaiserschmarrn, um sich optimal von dem Saulakopf-Klettersteig zu erholen. Der Ausblick vom Saulakopf(klettersteig) in Richtung Zimba blieb wegen Nebel verwehrt, doch das Klettersteigabenteuer hat sich gelohnt.


Am Abend kamen nach und nach noch die anderen 12 Powders hinzu. Die Meinung zu den Käsespätzle war gespalten, von 4/10 – 7/10 war alles dabei, wobei hart diskutiert wurde ob nun 6+ oder doch 7–. Am Abend war RUMMY ganz hoch im Kurs, doch der 2. Joker war unauffindbar. Die Hütte hatte Organisation bereits durchgespielt, sodass mit dem Abendessen auch bereits das Frühstück bestellt werden musste, doch sogar Kartenzahlung war möglich (Pluspunkt!). Trotz der etwas durchzechten Nacht durch einige knarzige Betten ging es morgens nach dem Frühstück voller Tatendrang in neuen Powder-Gruppen für alpines Klettern Richtung Zimba oder Saulakopf-Ostwand, und 7 der Powders entschieden sich für eine Zimba-Umrundung über die Neyerscharte, zur Sarotla-Hütte und zurück über das Zimbajoch.


Die Neyerscharte ist als Klettersteig ausgeschrieben und Obacht war geboten durch die feuchte Umgebung, was zu einer rutschigen Angelegenheit führte. Die Wegfindung war “easy”, wider den Erwartungen durch Aussagen des Hüttenwirts.


Nach dem Abstieg über ein Geröllfeld wurde ein Vesper eingenommen, mit krönendem Abschluss des Alphorn-Echos zwischen den Bergketten. Nach dem weiteren Abstieg wurde in der Sarotla-Hütte Mocca serviert mit süßem Goldrandgeschirr, nebst Rübchen-Kuchen mit Misocreme. Die Speisekarten waren in Wissenschaftsbücher der 1920-1940 Jahren eingebunden, und es wurde diskutiert, was nun Kolloidchemie und Ultrafiltration seien. Nach der Stärkung ging es in praller Sonne Richtung Zimbajoch. Hier wurde der Ausblick auf die drei Türme des Montafons genossen, und auch die Zimba-Powders kamen hinzu.



Gegen Nachmittag angekommen in der Hütte gabs Aperol-Spritz, leider ohne das Coconut-Addon wie in der Karte ausgeschrieben, laut Personal nur „zu Gunsten von uns“. Das Gesprächsthema waren die Powders in der Ostwand des Saulakopfs, die laut Fern(glas)diagnose des Hüttenwirts „da oben eine neue Route erschließen“. Doch alle kamen noch wohlbehalten weit vor Sonnenuntergang zurück und berichteten von ihrem Abenteuer – kniffliger Einstieg, dann wunderschöne Kletterei, und eben die letzten 4 Seillängen.


Einige verbrachten den Abend noch auf der Terrasse, andere verausgabten sich in Phase 10. Nach dem letzten Frühstück und eifrigem Packen stand das Gruppenfoto an, inklusive Warten bis auch alle Powders es nach draußen auf die Wiese geschafft haben. Nach einem letzten Ständchen mit dem Alphorn brachen die meisten Powders Richtung Lünersee auf. Das sehr gute Wetter brachte alle zum Schwitzen, doch der Klettergarten (Südseite, Sonne!), der Grat/Gipfel des Schlaganfalls (Schafgafalls), weitere Klettertouren, und der Kaiserschmarren auf der Douglass Hütte wurden dennoch zielstrebig angesteuert.

Es war mal wieder eine sehr schöne Vereinswanderung mit viel Lachen, Klettern, Klettersteigen, Wandern, und was eben die Berge unter anderem sonst noch zu bieten haben: eine wunderschöne Aussicht.