2016 – Gleitschirmkurs im Lechtal

Löööööösen! Bremse! – Immer wieder schallen diese beiden Worte über unseren Übungshang im Lechtal, wenn unser Fluglehrer Michael die Anweisungen zum ordentlichen Start mit dem Gleitschirm gibt.

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Zuvor beginnt alles früh morgens in der Flugschule in Bach im Lechtal. Wir starten mit etwas Theorie zum richtigen Auslegen des Schirms, dem Sortieren der unzähligen Leinen, dem Hochziehen und schließlich dem kontrollierten Abheben. Es fallen Fachbegriffe wie paralleler Leinendurchhang, A-,B-,C, und D-Leinen sowie Beschleuniger und Gesamtfluggewicht.
Noch sind wir etwas überfordert, aber schon wenige Augenblicke später bekommen wir immer paarweise ein Gurtzeug, sowie einen dem Gewicht angepassten Gleitschirm.

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Jetzt müssen wir nur noch warten, bis der Regen aufhört und die Wiese auf dem Übungshang einigermaßen trocken ist, denn beim Gleitschirmfliegen ist man noch mehr als bei allen anderen Sportarten auf gutes Wetter angewiesen: Bei Regen geht leider gar nichts. Doch das Lechtal meint es gut mit uns und so legen wir zunächst im unteren Teil des Starthangs die ersten Schirme aus. Mit einem kräftigen Schritt talwärts ziehen wir die Schirme über uns. Zunächst lautet das Ziel den Schirm am Boden zu kontrollieren und bewusst nicht abzuheben.
Natürlich sind alle heiß auf das richtige Fliegen und so dauert es nicht lange, bis die ersten Hüpfer in die Luft zu beobachten sind.

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Unauffällig legen wir die Schirme mit jedem Versuch etwas weiter oben am Hang aus, sodass auch die Flüge immer höher und länger werden. Zwar scheitern immer wieder Startversuche an eingeklappten Ohren oder nach vorn überschlagenden Schirmen, doch insgesamt sind wir sehr beeindruckt wie schnell wir zum Abheben kommen. Damit hatte keiner gerechnet! Nicht zuletzt haben wir das natürlich auch unserem Lehrer Michael zu verdanken, der an diesem ersten Tag sicher am meisten den Berg hinauf gelaufen ist, um uns stetig Kommandos zum Ausgleichen und Steuern des Schirms zu geben.

Den zweiten Tag starten wir wieder am Übungshang, um das Starten und Landen weiter zu perfektionieren. Das Auslegen der Schirme ist mittlerweile Routine, den Windsack studieren wir heute besonders intensiv. Michael gibt uns während der kurzen Flüge immer wieder Anweisungen zum Korrigieren der Flugrichtung oder dem richtigen Landeanflug. In der Luft fliegen wir schon erste Kurven und fühlen uns bald gut vorbereitet für unseren ersten Höhenflug von der Jöchelspitze.

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Am Ende des Tages packt auch Michael seinen Schirm aus. Wir sind sprachlos, als Michael wie ein Vogel die Thermik an einer Waldkante nutzt und es so schafft ohne Höhenverlust wieder am Startpunkt zu landen. Da sehen wir auch: Wir machen zwar schnell Fortschritte, zum Profiflieger braucht es dann aber doch noch einiges mehr an Können.

Den Abend lassen wir entspannt mit Grillen auf unserem Campingplatz ausklingen, lange bleiben wir jedoch nicht wach, da für alle am nächsten Morgen um 6:00 Uhr der erste Höhenflug ansteht. Mit dem Sprinterbus geht es über eine holprige Schotterpiste zum Startplatz an der Jöchelspitze. Spätestens jetzt sind wir dann doch etwas aufgeregt wegen der fast 400m Höhenunterschied, die uns vom Talboden trennen. Grund zur Sorge besteht dabei eigentlich nicht, denn sowohl beim Start, als auch bei der zuvor besprochenen Landung werden wir ständig durch unsere beiden Fluglehrer per Funk unterstützt. So können wir alle einen herrlich entspannten Flug in traumhafter Bergkulisse genießen. Wir landen alle sicher und sind hellauf begeistert. So manch einer möchte gleich nochmal Fliegen, doch mit einsetzender Sonnenstrahlung und Thermik können wir nicht nochmal Fliegen. Das bleibt den erfahrenen Fliegern vorbehalten.

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Zum Abschluss erhalten wir alle ein offizielles Ausbildungsbuch, in dem uns die Teilnahme am Grundkurs sowie unser ersten Höhenflug offiziell bestätigt wird. Zum ersten Schein fehlen jetzt nur noch 39 Höhenflüge – wir sind gespannt wer von uns vielleicht bald mit eigenem Schirm durch die Lüfte schwebt…

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