2026 – Hüttentour Lechtaler Alpen

Kurz vor dem Wochenende machten sich sechs Powdies in Schnann auf den Weg zu ihrer Hüttentour durch die Lechtaler Alpen. Das erste Etappenziel war die Ansbacher Hütte. Nach rund 1.200 Höhenmetern kamen wir pünktlich zum Sonnenuntergang an und konnten den Abend mit bester Aussicht auf die umliegenden Berge entspannt ausklingen lassen.

Am Samstag stand eigentlich die Freispitze auf dem Plan mit Zustieg über die Rotspitze und die Rotplatte. Schon früh wurde klar, dass an diesem Tag nicht nur Kondition, sondern auch ein guter Orientierungssinn gefragt war. Steinmännchen waren eher Mangelware, also hieß es immer wieder: Karte checken und den besten Weg durchs Geröll suchen. Über Schuttfelder und einige durchaus knackige Kletterstellen ging es Stück für Stück nach oben. Besonders auffällig: das bunte Gestein, das ständig zwischen Weiß, Gelb, Schwarz und Rot wechselte – fast wie ein kleiner Rainbow Mountain mitten in Tirol. Als wir schließlich direkt unter der beeindruckenden Felswand der Freispitze standen, stellte sich allerdings die Frage: Wo geht’s denn da bitte hoch? Nach kurzer Beratung und mit einem Blick auf die Uhr entschieden wir uns vernünftigerweise gegen den finalen Gipfelversuch. 

Ganz umsonst war der Tag trotzdem nicht. Neben jeder Menge Bergerfahrung erweiterten wir auch unser botanisches Wissen. Wir lernten u.a. das Taubenkropf-Leimkraut, die Wollkopf-Kratzdistel oder den Kriechender Nelkenwurz durch geballtes Pflanzenwissen kennen – ob wir uns anderen die Namen merken können, sei mal dahingestellt. Zurück auf der Hütte wurden wir mit einem leckeren Apfelstrudel belohnt, dessen Preis fast nur von der dazugehörigen Vanillesoße übertroffen wurde. Die Nachmittagssonne im Gesicht und der Rückblick auf das heutige Erlebte versüßte uns der Besuch von “Otto”, einem riesigen Kaninchen und eindeutig der heimliche Star der Ansbacher Hütte.

Am Sonntag ging es bei Kaiserwetter weiter Richtung Kaiserjochhaus, wie passend 🙂. Der Weg führte durch eine fast schon mars-ähnliche Landschaft hinauf zur Feuerspitze, wo wir wieder mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt wurden. Am Kaiserjochhaus angekommen wartete allerdings schon die nächste Herausforderung: unzählige Fliegen, die uns den restlichen Abend nicht mehr von der Seite wichen.

Am Montag standen zum Abschluss noch einmal ein paar Höhenmeter auf dem Programm. Mit Grieskopf und Malatschkopf nahmen wir zwei weitere Gipfel mit, bevor es endgültig zurück ins Tal ging. Ein letzter Blick auf die beeindruckende Bergwelt, dann hieß es Abschied nehmen.

So endete eine rundum gelungene Hüttentour durch die Lechtaler Alpen – mit vielen Höhenmetern, traumhaften Ausblicken, spannenden Entscheidungen, einem riesigen Kaninchen, jeder Menge Fliegen und einer ganzen Liste an Pflanzennamen, die vermutlich schon auf der Heimfahrt wieder vergessen waren.

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