2026 – Sportklettern und MSL Leutschachhütte
Luftseilbahn und Hüttenzustieg
Am Parkplatz der Intschi-Luftseilbahn treffen sich mittags vier kletterbegeisterte Powders. Bestens ausgerüstet, von Eispickeln, Halbseilen, Friends bis FOMO-Eisen, wurde der Zustieg mittels Luftseilbahn schweizerisch-effizient abgekürzt – Höhenmeter machen war nie einfacher. Bei hochsommerlichen Temperaturen und vollgepackten Rucksäcken sollte der Aufstieg auch so noch ausreichend schweißtreibend werden.
Auf rund 2200m angekommen, begrüßte uns die heimelige Hütte mit einer eindrucksvollen Aussicht auf den türkisblauen Niedersee. Mit unseren Schlafplätzen hatten wir Glück und konnten mit dem Winterrraum ein ruhiges Quartier für die nächsten Tage beziehen. Da wir noch etwas Zeit hatten, kaperten wir kurzerhand das Floß, um vor dem Abendessen die Sportkletterrouten am Obersee in Angriff zu nehmen.


Krönten-Hochtour via Ostgrat:
Für unser nächstes Etappenziel klingelte der Wecker früh, um den Krönten auf 3108m via Ostgrat zu besteigen. Um 5:30 Uhr noch fix das Birchermüsli mit einem dünnen Kaffee heruntergespült und schon ging es steil bergauf zum Steinchälenfurggi, an dem wir einen kleinen Orientierungsstopp einlegen. Von hier aus, über Altschneefelder und kleinerer “Hände aus den Hosentaschen”-Passagen erreichen wir den Einstieg zum Ostgrat. Gurte und Helm gezückt, Expressen und Friends drapiert, Schlingen übergeworfen und im Seil eingebunden, konnte die Grat-Überschreitung starten. Zu Beginn, fast plaisirhaft abgesichert, gingen den Routen-Einrichtern ab dem Chli Krönten wohl die Bohrhaken aus, so dass mehr und mehr Friends, Köpfelschlingen und Seilverzahnung zum Einsatz kamen.
Nach dem Grat wurde in den Hochtouren-Modus geschalten – sprich Steigeisen, Pickel und Seeberger Nuss-Mix raus und über den Restgletscher zum finalen Gipfelaufschwung. Nach etwas Gehgelände erwartete uns als Sahnehäubchen noch eine kurze Kletterstelle, die nach allen Regeln der Kunst überwunden wird.
Nach wohlverdienten Gipfelfotos und einem großartigen Panorama, seilen wir vom Gipfel ab und schalten in den Rückwärtsgang für den Abstieg in die Krönten-Lücke, da von Norden ein Gewitter aufzieht. Wir haben Glück und können, verkrochen unter einem wohnzimmergrossen Boulder, die derbsten Regengüsse aussitzen. Noch fix den steilen Sasspass hochgespurt und schon zeigt sich wieder unsere Hütte am Horizont.











Schippern und Sportklettern am Obersee
Am Samstag war durchwachsenes Wetter mit Gewitterneigung angesagt, so dass wir die geplante MSL-Tour auf den Mäntliser von der Agenda strichen.
Als Alternative schnappten wir uns wieder das Floß und vertieften uns in die Plaisir-Routen an den Platten-Wänden des Obersees und lassen den Tag mit einer erfrischenden Badeeinheit auslaufen.
Nasskalt wachgerüttelt und konfrontiert mit der schlechten Steckdosensituation (nämlich null), eruierten wir am abendlichen Stubentisch einen patentwürdigen E27-Lampenfassung-auf-USB-Adapter.




Gratkletterei und Abstieg
Den Abschlusstag bildet eine gemischte Wander- und Grattour, die über den Jakobiger (2505m) sowie den Ruchälplistock (2476) zurück zum Startpunkt führte. Mit unseren schweren Rucksäcken und der teilweise ordentlich exponierten Routenführung waren wir um jede Seilversicherung froh. AufgeRiegelt und heidelbeerpflückend vernichteten wir die letzten 900 Höhenmeter hinab zum Arnisee. Hier gönnen wir uns bei 30°C ein längeres Seebad, lassen uns von der Intschi-Seilbahn zum Parkplatz hinunterfliegen und reiten in die Heimat.


