2026 – Skitour Camona de Maighels

Durchgängig Lawinenwarnstufe 4, eine verschüttete Franz-Senn Hütte und viele weitere Lawinenunglücke, die es sogar bis in die allgemeinen Schlagzeilen geschafft haben – nicht gerade die besten Skitour-Bedingungen, die am Wochenende vor unserer Ausfahrt vorlagen. Und so lief die Messenger-Gruppe bereits vor dem Start heiß mit Spekulationen über die bestmögliche Aufstiegsroute und die Entwicklungen bis zu unserem Anreisetag. Im Laufe der Woche stellte sich jedoch heraus: Wir haben Glück! Und so konnten 8 Powders wie geplant Freitagmorgen in ein sonniges Skitourenwochenende starten.

Nachdem auf der Hinfahrt leider nicht alle Fragen zur professionellen Bergung aus einer Gletscherspalte mittels Presslufthammer geklärt werden konnten, stiegen wir dennoch bei frühlingshaften Temperaturen im T-Shirt zur Hütte auf. Ein Teil der Truppe hatte davon noch nicht genug und konnte es sich nicht nehmen lassen, auch noch den Hausberg Piz Cavradi zu erklimmen. Ein herrlicher erster Tag bei bestem Wetter, der sich garniert mit einer köstlichen Erbsen-Minz-Suppe dem Ende zuneigte.

Am zweiten Tag kraxelten wir mit Pickel und Steigeisen den Badus hoch, jeder Schritt ein kleines Abenteuer.

Oben angekommen führte uns der Weg bergab zunächst über steiles Gelände zu Fuß und schließlich per Ski Richtung Gipfel Nr. 2 für diesen Tag, den Rossbodenstock, den wir fast vollzählig erreichten. Der Rückweg ging schließlich über einen zugefrorenen See, dessen Eisdecke zum Glück dick genug war, um auch diejenigen mit kompletter Ausrüstung zu tragen.

Der dritte Tag empfing uns mit Nebel und so stolperten wir zunächst durch das Tal gen Süden Richtung Maighels-Gletscher. Dank der Spur einiger “Norwegerinnen” erreichten wir schließlich die Kraxel-Passage zum Piz Borel und Piz Ravetsch, die die meisten von uns zum krönenden Abschluss des Aufstiegs erklommen.

Von der etwas trüben Aussicht und der Verwirrung über den französischen Akzent der Norwegerinnen, denen wir auf dem Weg dorthin begegneten, ließen wir uns das Gipfelerlebnis nicht vermiesen.

Trotz “vergessener” Haselnussschnapsflasche und leider nicht besser werdender Sicht machten sich fünf von uns noch auf zum Piz Alv. Die Energie dafür kam vielleicht doch aus der Flasche, die – wie sich später herausstellte – gar nicht so weit weg im Deckelfach des Rucksacks immer dabei war. Müde und zufrieden an der Hütte angekommen gab es am Abend Spaghetti mit allen möglichen Soßen, die uns wieder so richtig auf Touren brachten.

Am letzten Tag ließen wir es uns trotz komplettem Gepäck nicht nehmen, den Aufstieg zum Pazolastock zu bestreiten und wurden zur Krönung des Wochenendes mit einer Abfahrt bei besten Bedingungen über den Nordhang Richtung Oberalppass belohnt. Einem Powdie gefiel das ganze sogar so gut, dass er sein Smartphone oben liegen ließ, um einen Vorwand zu haben, nochmal hinauf zu laufen. Die Aktion wurde durch das Wiederauffinden des Handys belohnt.

Ein Wochenende voller Schweiß, Spaß, Sonnenschein, “vergessener” Flaschen und unnötiger Gepäckstücke (zwei Seile und ein Schlafsack wurden motiviert mitgeschleppt, aber nie benutzt), das wir so schnell nicht vergessen werden.

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