2019 – Iglu Skitour

Am letzten Januarwochenende trafen sich neun Eskimos im Kleinwalsertal. Alle hatten die Absicht ein Iglu zu errichten. Obwohl… Einer dachte wir bauen ein Zelt, der andere suchte vielmehr eine Bleibe für (mindestens) die nächsten 4 Wochen und ein Dritter wollte sich den Traum vom Bau eines Powder Toilettenhauses erfüllen.Alle waren jedoch hoch motiviert und ein kleiner Teil errichtete sogar schon am Freitag das erste Iglu, das mitsamt Proviant auf uns wartete. Gemeinsam brachen wir am Samstagmorgen vom Tourengeherparkplatz der Ifenbahn auf.  Erste Hürde war der Toilettengang an der Talstation. Gefühlt eine Stunde warf er uns im Zeitplan nach hinten. Konnte aber keiner wissen, dass schon am Abend das perfekte Schneeklo entstehen sollte.Der anschließende Zustieg zu unserer Siedlung verlief jedoch schnell und unkompliziert. Nur das Wetter hätte ein bisschen freundlicher sein können. Die Sichtbedingungen waren schlecht, sodass der Standort von Iglu1 kaum zu erkennen war. Der kalte Wind zwang uns mit dem Einrichten des zweiten Steinbruchs und Bauplatzes schnellstmöglich zu beginnen. Noch größer und besser sollte das Iglu2 werden. Deswegen stellte man uns den erfahrensten Eskimo als Bauleiter zur Verfügung. Absolut überflüssig, denn wie sich nun herausstellte hatte jeder sämtliches Halbwissen über die Kunst des Iglubauens auswendig gelernt. Jede Zahl, jedes Wort und jeder Schritt ein und desselben Videos auf Vimeo.  Dementsprechend verlief der Bau ohne Komplikationen und unter strengstem Qualitätsmanagement. Die Mittagspause mit osteuropäischem Bier aus der 2L Plastikflasche hat sich trotzdem niemand nehmen lassen.Unser Perfektionismus führte dazu, dass wir bis in die Dämmerung Wände verputzten und gefühlt hunderte Kubikmeter Schnee verfrachteten.  Parallel entstand im alten Steinbruch ein weiteres ambitioniertes und bis ins letzte Detail durchdachtes Projekt – das Toilettenhaus. Erst danach versammelten wir uns zum gemeinsamen Abendessen. Dafür wurde Iglu2 kurzerhand in eine Dampfsauna umgebaut, in der wir gemütlich im großen Kreis Maultaschen aßen. Die regelmäßigen Aufgüsse und unermüdlichen Maultaschenvorräte führten zum kollektiven Food-Koma. Schließlich war es aber der letzte Aufguss, der uns den Rest gab. Der Saunameister servierte eine perfekt zubereitete Feuerzangenbowle. Die Innenluft bestand mittlerweile aus 90% Wasserdampf und 9% Strohrum. Erschöpft vom Tag machten wir uns bettfertig und feierten mit dem letzten bisschen Energie noch kurz in Justus Geburtstag hinein.

Der nächste Morgen begann mit einem Weckruf aus dem Horn, wärmendem Sonnenschein und einem leckeren Frühstück inklusive deliziöser Engadiner Nusstorte. Mittlerweile beschäftigte sich wohl jeder mit dem Gedanken vielleicht doch in unserer Iglu Siedlung sesshaft zu werden.

Das perfekte Iglu Wochenende komplettierten wir sonntags noch mit 3 schönen Abfahrten, bevor es dann schweren Herzens wieder runter ins Tal ging. Ein großes Dankeschön an die Organisatoren und alle anderen Mitstreiter!

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