2026 – Einsteiger Skitour LindauerX
X – wie ein Kreuz auf einer Schatzkarte – so anziehend ist die Lindauer Hütte offensichtlich auch für Menschen ohne Säbel, Schiff und Augenklappe – aaarrrrr!
Die gute Erreichbarkeit, ein sicherer Zustieg, moderate Touren und eine Hütte mit Sauna verfehlen ihre anziehende Wirkung auf Tourenski-Piraten nicht.
Aber der Reihe nach – es ist Freitag, die Wecker klingeln um 05:00h und 11 Powders in Karlsruhe und München werden aus ihren Träumen von knackigen Spitzkehren und rassigen Powderabfahrten gerissen. Nachdem Rucksäcke, Skier, Menschen und Proviant in den Laderäumen der rollenden Schiffen verstaut sind, startet man bei steifer Brise in die neblige Nacht.
Szenenwechsel zum Wanderparkplatz Latschau:
Die letzten Felle werden aufgeklebt, Aufstiegshilfen geölt, Pin-Bindungen klacken und sendebereits LVS beepen ihre Einsatzbereitschaft.
Hochmotiviert blicken Moritz und Jens in hochmotivierte Gesichter. Man ist bereit, die auch hier im Nebel liegenden Berge zu erobern.

Im Aufstieg werden routiniert Gruppencheck, Materialcheck und Markierfunktion abgespult, so dass schon bald die Lindauer aus dem Wolkenmeer empor wächst. Nach einer kleinen Stärkung im duften Schuhraum der Hütte, geht es weiter auf die Spora Alpe. Hier werden vergrabene Schätze mit LVS und Sonde gesucht und Haltungsnoten für die akrobatischsten Spitzkehren vergeben, bevor wir den Abend in der Hütte ausklingen lassen.
Manch Teilnehmer hat solche Freude am Sondieren, dass schon daheim die Teller der Skistöcke demontiert wurden, damit bei jedem Stockeinsatz die Schneedecke tiefstmöglich durchstossen wird – wahrlich ambitioniert!

Kurzfristig wird der Sauna-Abend von Samstag auf Freitag verschoben und der 5L-Kanister mit dem guten Latschenkiefer Aufguss-Konzentrat erbeutet. Zur Abkühlung wird so manche Spur in den Haushang gezogen, wobei sich zeigt:
Je schneller gerutscht wird, desto mehr wird am Allerwertesten geschmirgelt. Mit dieser spannenden Erkenntnis geht es weniger später in die Kojen.
Der Samstag startet mit durchwachsener Sicht, aber Dank Kompass und Sextant finden wir den Weg über Öfapass zum alten Zollhaus am Schweizertor. Das Firmament klart auf und der Rückmarsch erfolgt geteilt in einer Zangenbewegung über Öfapass und Öfakopf.




Als sich das Kielwasser beider Gruppen wieder kreuzt, macht sich das Gerücht breit, dass sich genau hier unter der Schneedecke ein Schatz verbirgt.
Es wird sofort geankert, LVS-Geräte beepen nervös und mit Sonden und Schaufel wird dem Gerücht tief, sehr sehr tief mittels Schneeförderband auf den Grund gegangen.
Leider entpuppen sich die gefundenen Rucksäcke als mässig kostbar – aber man war um wertvolle Erfahrungen reicher.

Da schaufeln hungrig macht und man die Technik weiter vertiefen wollte, wurde beim Abendessen weiter fleissig lecker Käsefondue in den Rachen geschaufelt.

Nachdem sich die Sonden-Skistock-Kombination doch als mässig praxistauglich erwiesen hat, wird vom MacGuyver-Team eine Lösung erarbeitet. Mit Klebeband und dem Besten was der Hütten-Mülleimer hergibt, wird eine NASA-taugliche Lösung aus Bierdosenböden zusammengeschnitzt. Mit dieser recyclebaren und federleichten Konstruktion im spacelook sind nun auch Aletsch- oder Zinalrothorn nur unbedeutende Erhebungen.
Für den letzten Tourentag stand der Drusentor-Klassiker auf dem Zettel. Über die ersten Höhenmeter führte uns eine kreative Spuranlage durch Gebüsche und Krumholz – nicht nur für Splitboarder ein Genuss. Zunächst haben wir auch eher mässig Wasser unter dem Kiel, Sharks zeichnen sich unter vielen Kuppen ab, was eine geschickte Navigation durch die Felsblöcke erfordert – kein einfacher Job für den Mann am Ruder.

Im weiteren Aufstieg verbessert sich die Schneelage und wir meistern schon bald die exponierte KS-Gedächtnisquerung.

Das Ziel ist nun nicht mehr weit. Nach einem kurzen Sightseeing-Stopp am verfallenen Zollhaus (einer alten Piraten-Hochburg), wird der Endanstieg ins Visier genommen. Nach moderater Stapferei durch die Felssäulen des Drusentores, stehen wir an der Schweizer Grenze und können in das Prättigau hineinblicken.




Am Skidepot werden die Felle abgezogen und die Skischuhe zugeschnallt. Der Nordhang lässt sich besser als erwartet abreiten. Nur durch einem versteckter Shark muss leider Tribut in Form von Skibelag und einem malträtierten Finger gezahlt werden. Zurück auf der Hütte werden sodann die letzten Golddukaten für Speis und Trank auf den Kopf gehauen, bevor man zurück zum Parkplatz heruntersegelt und sich eine weitere lehrreiche Powder-Party Kaperfahrt zu Ende neigt – aaarrrrr!

