2025 – Silvester Skitour Lizumer Hütte

16 Powders, ein Jahreswechsel in den Bergen und schon vor dem Start die große Frage: Ski oder Schneeschuhe?

Die Schneelage war im Vorfeld eher… ausbaufähig. Deshalb entschieden sich einige vorsorglich für Schneeschuhe, ein paar Mutige für Ski, während andere lieber beides einpackten und zur Lizumer Hütte hinauf schleppten. Sicher ist sicher – oder vielleicht schwer. Schon beim Aufstieg bildeten sich Loyalitäten, die es sonst zwischen Skifahrern und Boardern gibt.

Am ersten Tag nahmen sowohl die Skitourengeher als auch die Schneeschuhtruppe Kurs auf den Geier. Bei etwa –15 °C und ordentlich Wind wurde schnell klar: Das hier wird kein gemütlicher Winterspaziergang. Wärmepads und beheizte Einlegesohlen wurden entsprechend heiß gehandelt. 

Als wäre das nicht genug, verabschiedeten sich bei einem Skitourengeher die Felle. Tourenwochenende beendet? Nö! Zum Glück hatten Nachzügler frische Felle aus dem Tal dabei – Powder-Logistik vom Feinsten. Die besonders motivierten Schneeschuhgeher ließen sich von der Kälte ohnehin nicht beeindrucken und nahmen gleich noch die große Geier-Umrundung mit, um auf der anderen Seite von dem noch felllosen Wanderer begrüßt zu werden. 

Nicht ohne Nervenkitzel, ein bisschen Hose und Haut wurden mit viel Tapferkeit dem Berg geopfert. Währenddessen begaben sich die Skitourengeher auf eine abenteuerliche Suche nach einer schneebedeckten Route für die Abfahrt. “Auf der Schattenseite ist bestimmt mehr Schnee”, haben sie gesagt. Pustekuchen! Doch mit etwas Planung, Mut und Sonne im Herzen fanden sie überraschenderweise kratzerfrei den Weg zur Hütte zurück.

Dort wurden Blasen-, Schürfwunden- und Materialpflege wissenschaftlich diskutiert und kreativ versorgt, um die Zeit bis zum wichtigsten Programmpunkt des Tages zu verbringen: warm werden und essen. Beides gelang auf der Hütte hervorragend.

Am Silvestertag nahm die Schneeschuhfraktion Kurs auf die Torspitze, während sich die Skitourengeher – überzeugt von Berichten von schönen Hängen und einer sonnigen warmen Seite – an die große Runde um den Geier machten, um überraschend schneereiche Passagen zu entdecken, die sogar ein paar feine Schwünge in den Hang zaubern ließen. Auch die Schneeschuhtruppe kam auf ihre Kosten und genoss herrliche Winterlandschaft und fluffige Abfahrts-Spaziergänge.

Am Abend wurde es festlich auf der Lizumer Hütte. Einige Runden Dobble zum fit bleiben. Nach den hervorragenden Spinatknödeln wurde noch eine Runde des Spieleklassikers „Auf Achse“ gespielt. Während die meisten noch damit beschäftigt waren, ihre Spedition halbwegs durch Europa zu manövrieren, gelang es einem Powder offenbar ganz unauffällig, ein lukratives Geschäft nach dem anderen einzusammeln – und am Ende alle abzuziehen. Erst beim Zusammenzählen wurde klar, dass hier jemand sehr still und heimlich ein logistisches Meisterwerk hingelegt hatte. 🚛😄 Für andere gab es mit Top 10 (un-)heimliche Geräusche, (un-)professionell geplante Everest Besteigungen und gebundene Krawattenknoten. Das Powder Party Liederbuch wurde auch an diesem Silvesterabend ausgepackt, auch wenn etwas schüchterner bespielt und besungen. 

Kurz vor Mitternacht ging es nach draußen: im Mondlicht glitzernder Schnee, Sekt, Lagerfeuer, Sternenhimmel und jede Menge gute Laune. 

Manche hatten offensichtlich noch nicht genug Kälte erlebt und begrüßten am nächsten Tag das neue Jahr mit dem traditionellen Eisbaden vor der Hütte. Respekt!

Am letzten Tag ging es über die Mölser Scharte zurück Richtung Tal. Der Ziehweg zum Parkplatz wollte allerdings einfach kein Ende nehmen – und weil der Schnee fehlte, konnten selbst die Skitourengeher kaum fahren. Also hieß es: schieben, tragen, stapfen.

Wenig Schnee, viel Kälte, ein paar Materialdramen – und trotzdem eine wunderbare Art mit den Powdies das alte Jahr zu verabschieden und das neue zu begrüßen 🏔️🥂❄️

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