2026 – Skihochtour Länta-Hütte
Das Skitourengebiet hinter dem Zervreila-Stausee ist sicherlich kein Hotspot für Jetset-Skitourengeher. Das attraktive Angebot an Touren und knackige Rinnen hat uns aber alle mit einem fetten Lächeln die Heimreise antreten lassen.
Aber starten wir von vorne, lässt sich auch einfach besser erzählen. Nach einem Willkommensbier und einer Mütze Schlaf starten wir am nächsten Tag mit Eiern im Rucksack und Pizzahäppchen für alle.
Tag 1, der Eier-Technikcheck – Zustieg zur Länta-Hütte über das Furggeltihorn (3’043m):
Bestes Wetter erwartet uns am Parkplatz auf 1’800m und lässt uns gut gelaunt vorbei am Zervreila-Stausee und Zervreilahorn zum Furggeltihorn starten. Am Gipfel zeigen sich uns bei bester Weitsicht die Ziele für die nächsten Tage: Güferhorn (3’379m) und Rheinwaldhorn (3’402m).
Die direkte Abfahrt zur Hütte ist eine knackig-felsendurchsetzte Steilflanke und wird unser erster Technikcheck – werden es die 24 mitgebrachten rohen Eier durch den Steilhang heil zur Hütte schaffen? Wir meistern die Herausforderung und können den Hüttenwirten das Willkommensgeschenk überreichen.


Tag 2, steile Rinnen rufen – Güferhorn (3’379m) via Güferlücke und Westrinnen-Abfahrt:
Heute hängen die Wolken tief und der Himmel soll erst später aufklaren. Für den Aufstieg sind wir aber dankbar, dass die Sonne nicht ganz so sehr auf uns herabbrennt.
Unsere Spuranlage schlängelt sich durch kupiertes Gelände zur Güferlücke empor und schließlich machen wir Rast auf der Gletscherzunge, um unsere Hydratspeicher aufzufrischen. Über den Gletscher kommen wir gut voran, am Skidepot werden Ski und Stöcke gegen Steigeisen und Pickel für den finalen Aufschwung getauscht. Am Gipfelkreuz angekommen reißt dann auch die Wolkendecke immer mehr auf und die Vorfreude auf die Abfahrt durch die Westrinne zurück zur Hütte steigt.




Tag 3, steeper couloirs calling – Normalroute auf das Rheinwaldhorn (3’402m):
Heute steht mit dem Rheinwaldhorn das Hauptziel auf dem Programm und ein klarer Himmel begrüßt uns mit bester Aussicht. Durch den Gletscherrückgang hat sich eine langgezogene Schlüsselstelle gebildet, welche sich aber deutlich besser bewältigen lässt als erwartet. Schritt für Schritt kommen wir dem Gipfelaufbau näher, der Schnee ist windgepresst und die Spuranlage im steilen Gipfelhang wird eher tricky. Am Skidepot geht es wieder auf die Steigeisen und mit Pickel in der Hand die letzten Meter zum Gipfelkreuz. Gut gestärkt lassen wir die Latten knallen und geniessen die Nordabfahrt über den Gletscher. Am Ausläufer des Gletschers erwartet uns noch ein rassiges Couloir als Zuckerstück. Wir lassen das Rheinwaldhorn hinter uns, cruisen zur Hütte zurück und machen uns dort über die Töpfe her.


Tag 4 – Wehmut und wühlen im Schnee – ‘Furggeltihorn direct’ und Retour-de-Parkplatz:
Es ist Montag und wir müssen wehmütig die Länta-Hütte hinter uns lassen. Wir entschliessen uns den Steilhang ggü. der Hütte mit Steigeisen zu bewältigen, was sich als ziemlich kräftezehrend herausstellen wird – aber ciao-kakao, da müssen wir jetzt durch. Wir folgen unseren Abfahrtsspuren zum Furggeltihorn und können vom Gipfel ein letztes Mal eine eindrucksvolle Rundumsicht geniessen. Das Zervreilahorn grüsst uns ein letztes Mal und auch wir zollen Respekt durch einen kleinen Striptease am Parkplatz, bevor wir wieder Richtung Heimat starten.


