Bericht zum Wakeboardcamp 2013

Datum: 7.-9. Juni 2013
Teilnehmer: Philipp Nusser, Josef Svoboda, Jonas Gaisberg, Mario Planeck, Fabian Bill, Thorge Eisfeld, Marc Aurel Kiefer, Julian Krehl, Patrick Zimmerlin, Ben Köhler, Johannes Henschel, Fabian Kohler, Nico Cremer, Marc Schuth, Florian Pier, Tabea Dree,s Johannes Maier, Tobias Joppich, Vincent Ehrmann, Alina Kruse, Jurema Köhler, André Keller, Désirée Modic, Katharina Schwab, Niklas Simon, Marc Kruse, Denise Heisel
Bericht von: Ben Köhler

Zum dritten Mal schon fand Anfang Juni das Wakeboardcamp 2013 des Powder Party Bergsport e.V. in Pfullendorf statt. Wie bisher wurde direkt am Seepark Pfullendorf ein Basislager mit Zelten, Pavillon und Grill aufgeschlagen und ein Wochenende lang gehörig Schabernack getrieben.
Direkt am Freitag konnten wir uns ab acht Uhr am Morgen kräftig in der exklusiv gemieteten Wakeboardanlage austoben. Ein großes Theorie-Geplänkel für die Anfänger blieb aus, der Ratschlag „Es passiert am Anfang sehr viel auf einmal. Schau, dass Du die Arme durchstreckst!“ sollte genügen. Weitaus wichtiger waren die Hinweise der Stilpolizei – erst Neoprenanzug, dann Badehose! – die ein reibungsloses Sporterlebnis erst ermöglichten.Wakeboardcamp 2013
Nach einigen Versuchen, den Regeln der mahnenden Stilpolizei zu entsprechen, war die versammelte Truppe bereit, auf die Bretter zu springen und sich auf dem See zu versuchen. Die Erfahrenen beeindruckten mit gewagten Sprüngen und lässigem Fahrverhalten, die Anfänger waren bereit, es ihnen gleichzutun.
Auf den Moment der ersten Fahrt auf einem Wakeboard sollte an dieser Stelle wohl etwas genauer eingegangen werden. Es zeigte sich, dass der gemeine Wakeboard-Laie seine eigene Rolle auf dem Brett zu Beginn wohl etwas romantisiert. Vor dem inneren Auge sieht er sich schon schnittig übers Wasser gleiten, eingefangen in coolen GoPro-Clips, versehen mit schnieken Effekten und natürlich alles in Zeitlupe. Lässig fährt er auf die Schanze zu (die die „In-crowd“ übrigens „Kicker“ nennt), noch kurz die Ladies gegrüßt, und schon gibt er sich seinen Sprungkünsten hin, strauchelt bei der Landung vielleicht kurz, bringt aber für den Anfang eine doch sehr solide Leistung.
Diese Annahmen sollten sich als aus der Luft gegriffen erweisen. Man sitzt bedacht und konzentriert am Steg, vorbereitet und gefasst, ein Fuß steil aus dem Wasser, Stange an der Hüfte, der Lift-Boy mahnt: „jetzt bist Du dran“ und gebannt wartet man. Die Zugvorrichtung saust vorbei, man spürt Spannung am Drahtseil, plötzlich passiert – wie angemahnt – tatsächlich sehr viel auf einmal und jäh findet man sich nach Luft schnappend im Wasser wieder, übertölpelt, unsicher, ob das Seil gerade nach vorne oder nach unten gezogen hat.
Momente großer Tragik sollten sich für die Anfänger an diesem Morgen im Seepark Pfullendorf ereignen. Doch deren Ausdauer und nicht zuletzt die tatkräftige Unterstützung der erfahreneren Mitglieder sorgten auch für Erfolgserlebnisse und weiteren Ansporn für das Wakeboarden der kommenden Tage unter allen Gefährten.
Müde, aber wacker geschlagen, stellten wir den Wassersport um zehn Uhr ein und freuten uns auf den ausgedehnten geselligen Teil des Tages. Doch am Zeltplatz wartete eine böse Überraschung auf unsere Truppe: leichtsinnig hatte am Vorabend ein Unbekannter das Testosteron-Sirup unverschlossen stehen gelassen und ein bedauernswertes Mitglied hatte, ohne Böses zu erwarten, seinen Durst daran gestillt. Als Folge hiervon sollte der Tag von dröhnenden BVB-Fangesängen und schwer nachvollziehbaren Axtkäufen umspielt werden._MG_3357-3363
Nichtsdestotrotz genossen wir junge Erwachsene den weiteren Tag mit stundenlangem Volleyballspielen in der prallen Sonne – Sunblocker wurde regelmäßig gereicht –, Speedminton, Doppelkopf in gemütlicher Runde und zwanglosem Kraftsport auf dem naheliegenden Kinderspielplatz, wobei hier Zusammenhänge mit dem Sirup-Vorfall weder nachgewiesen noch ausgeschlossen werden konnten.
Gegen später luden die Organisatoren zum russischen Abend mit dem klassischen Grillen aus dem Ölfass und zünftiger Balalaika-Musik. Zu essen gab es allerlei, so war von Hühnchen-Briketts bis hin zu raffinierten vegetarischen Grillplatten für jedermann_frau etwas dabei. Ein echter Klassiker. Mit ruhigeren Gitarren-Klängen, gesättigten Wassersportlern und geringfügigen Differenzen in der Auslegung des Fischereirechts zwischen unseren eifrigen Anglern und der Polizei fand der erste Abend ein erfüllendes Ende.
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Der Samstag begann früh, da wir schon ab 7 Uhr „waken“ durften, was uns eine Ausdauer von drei Stunden unter Spitzenbelastungen abverlangte. Die Gruppe konnte mit steigender Leistung beeindrucken, selbst die blutigen Anfänger des Vortages trumpften mit inzwischen halb-versierter Technik auf und buchten erste komplette Runden um den See auf ihre Konten, was nicht nur die auf uns folgende Gruppe 14-jähriger in schweres Staunen versetzte.
Überwältigt von dem Gefühl, um 10 Uhr am Morgen bereits drei Stunden produktiv gewesen zu sein, riss die nun mit 25 Personen vollständige Gruppe einen weiteren Tag des aktiven Chillens und der Faulenzerei an sich und verausgabte sich erneut auf Beachvolleyballfedern und Liegedecken. Dabei galt es natürlich, Kräfte für den lang angekündigten und mit Spannung erwarteten Altdeutschen Abend aufzusparen.
Hierfür folgte unsere Gemeinschaft der Einladung der großzügigen Familie Nusser in ihren Felsenkeller, der, und hier muss ich es betonen, als wahrer Klassiker in Pfullendorf und Umgebung gilt. Stark angelehnt an die heiligen Hallen Morias treibt die Familie seit Generationen tiefe Stollen in den Berg, um diese warmherzig zu bewirtschaften. Für einen Abend pfeiften wir auf unsere ausgewogenen Sportler-Ernährungspläne und gaben uns der Verwöhnung hin; aßen und tranken hemmungslos. Zur Vorspeise gab es den von Vereinsmitgliedern betont legal gefangen Fisch des Tages, folgend wurden unzählbare Mengen „Dinnele“ gereicht (eine Kreuzung aus Flammkuchen und Baguette, ein absoluter Klassiker!). Auch bei ausgefallenen Getränkewünschen zeigte sich die Belegschaft wohlwollend und so konnte endlich auch erstmals mit Bratensoße-Korn Umsatz generiert werden.
Die positive Resonanz der Teilnehmer zeigt, dass der Altdeutsche Abend als klarer Erfolg, wenn nicht Höhepunkt der Ausfahrt zu werten ist. Vier wackere Knappen waren derart überzeugt, dass sie das Event kurzerhand zur Altdeutschen Nacht erweiterten und sich im Pfullendorfer Umland nachhaltig einen Namen machen sollten.
Der letzte Tag begann dem Vorabend geschuldet ein wenig müßig, dennoch schafften es erneut alle auf die Bretter und aufs bzw. letztendlich ins Wasser. Selbst Nusser Senior ließ sich an diesem Sonntag nicht lumpen und las den jungen Spunden auf dem Kicker skrupellos die Leviten. Mehr und mehr Zuspruch fanden die alternativen Sportgeräte wie Wasserski, Kneeboards und andere Eseleien, so dass sich jeder nochmal ganz nach Belieben austoben und seinen persönlichen Abschied vom Seepark Pfullendorf nehmen konnte.
Physisch zerstört, doch psychisch ermuntert, nahmen die Teilnehmer der Ausfahrt zum Abschluss brav ihren obligatorischen Anstecker und Hieb entgegen, drückten sich nochmal lieb und fanden letztlich alle den Heimweg und in das wahre Leben zurück.
Vielen Dank an Philipp und Familie Nusser, Josef Svoboda, den Wasserskipark Pfullendorf, sämtliche weitere Organisatoren und natürlich an alle Teilnehmer des Events!

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