2015 – Einsteigerskitour Schwarzwald („Hab ich da Jungfrau gehört?!“)

Teilnehmer: Vinc, Nico, Fabi, Desi, Leni, Kai, Samuel, Luis, Daniel, Stefan, Soléne, Guillem, Miguel, Jose Marcos

Tag 1:

Am Freitag den 30.01.2015 um 15:30 sollte es endlich soweit sein! Der erste Teil unserer Gruppe machte sich auf zur Einsteigerskitour nach Menzenschwand im Schwarzwald. Es hatte die Tage zuvor schon etliche Zentimeter Neuschnee gegeben und auch während der Anreise ging es durch  dichtes Schneetreiben. An der Jugendherberge angekommen stieß dann auch Daniel unserer lustigen Runde hinzu. Obwohl die Truppe noch relativ frisch zusammengefunden hatte, verband uns schon einmal eines ganz gewaltig – Kohldampf!  Passend, dass uns da gleich das Abendessen serviert werden sollte, wie uns mit einem freundlichen „Es Ässe esch au scho fertig!“ deutlich gemacht wurde. Danach ging es zum ernsthaften Teil über und zwar an die Tourenplanung für den nächsten Tag.

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Die starken Schneefälle und Winde hatten für erhöhte Lawinengefahr gesorgt und wie wir per Radiodurchsage erfahren mussten, kam es an diesem Tag zu zwei Lawinenunglücken im Feldberggebiet (eine Anmerkung dazu am Ende des Berichts). Dementsprechend sorgfältig brachte uns Vinc die Basics einer sicheren Tourenplanung bei, und zeigte Gefahrenstellen, die es unbedingt zu vermeiden galt. Zur Sicherheit wurden dann auch mehrere Touren für den nächsten Tag festgelegt, falls die Lage vor Ort zu riskant sein sollte.

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Gegen Ende des Abends verspürten wir dann noch Lust auf das ein oder andere isotonische Getränk. Leider war der Vorrat schon während der Fahrt etwas dezimiert worden, weshalb wir uns aufmachten, Niklas, den BuFDi des Hauses, einen kleinen Besuch in seinem Kiosk abzustatten. Dieser schien von unserem Charme und der georderten Stückzahl etwas überrumpelt („24 mal 1,50 macht ääääääääähhhhhmmmm…“). Da ihm nach einem harten Arbeitstag wohl auch die Kraft fehlte, half ihm Daniel gerne hinter der Theke aus. Aus purer Dankbarkeit sprang für uns dann auch noch eine Schnukkertüte raus und alle gingen zufrieden ins Bett.

Tag 2:

Nach einem gesunden Frühstück stießen dann auch Solène, Guillem, Jose Marcos, Miguel und Leni zu uns. Somit war die Truppe komplett und es konnte losgehen. Also Material ins Auto und bei bestem Wetter gings ab ins nahe Bernau, dem Talort unserer Herzogenhornbesteigung. Vor Ort konnten wir dann auch gleich einen Blick auf die geplante Route werfen und erkannten, dass sich schon mehrere Tourengeher für die gleiche Route entschieden hatten und genüsslichst ihre Schwünge in feinsten Powder setzten.

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Inzwischen hatten wir auch weitere Infos vom Jugendherbergsvater, der auch Mitglied der örtlichen Bergwacht ist, über Ort und Umstände der Lawinenunglücke erhalten und konnten somit die Situation vor Ort als sicher einstufen.

Also machten wir uns nach einer kurzen Einweisung ins Material auf zum Gipfel.

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Um 13 Uhr Uhr hatten wir die 500 Höhenmeter bis zum Gipfel bewältigt und da uns mächtig der Wind um die Ohren pfiff und das Wetter zuzog, hieß es schnell „Berg Heil!“, abfellen und ab ins Tiefschneeabenteuer.

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Breit grinsend wieder unten angekommen wurde bei einer kleinen Pause noch unser Proviant vertilgt. Der ein oder andere war aber noch fit und entschied sich zum Kicker bauen und shredden.

Im Anschluss gab es eine Schulung in Lawinenrettung und in den richtigen Umgang mit dem LVS-Gerät. Die Theorie wurde danach gleich in einer praktischen Übung umgesetzt. In kleineren Gruppen wurden mehrere mit LVS-Geräten ausgestattete Rucksäcke vergraben, die später mit LVS-Gerät und Sonde aufgespürt und wieder ausgegraben werden mussten.

Da sich das Tageslicht langsam dem Ende zuneigte, hieß es dann auch wieder Abfahrt bzw. Abschied nehmen. Denn leider mussten uns Solène, Guillem, Jose Marcos und Miguel dann schon wieder verlassen und machten sich auf den Weg nach Hause. Für alle anderen ging es zurück zur JuHe – essen, chillen, Bierchen killen.

Tag 3:

Es hatte schon wieder die ganze Nacht über geschneit und so blieb es auch den ganzen Tag über. Dennoch war die Sicht nicht sonderlich beeinträchtigt und wir machten uns auf zur zweiten Tour. Wegen den guten Erfahrungen der ersten Tour wurde eine etwas längere Route über den Südwestrücken des Herzogenhorns in Angriff genommen. Gleich zu Beginn gab es eine Einweisung ins Spitzkehrengehen (wichtig, wenns steil wird), was sich im Nachhinein als sehr nützlich erweisen sollte. Denn nachdem das offene Gelände des Skigebiets schon eine Weile hinter uns lag und wir in den Wald eingetaucht waren, war unser Pfad abrupt zu Ende. Weiter unten war ein Weg in Sicht, allerdings war das Ziel ja der Gipfel. So blieb uns nicht viel anderes übrig außer hochsteigen und dabei einige Spitzkehren zu setzen. Wilkommen im Abenteuer Skitour also!

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Also legten Nico und Fabi die Spur und Vinc leistete von unten den Einsteigern Hilfestellung. Der Plan ging auf und oben hieß es dann: „ Welcome to the next Level!“

Der Rest der Tour führte dann durch idyllisch verschneiten Bergwald in flacherem Gelände Richtung Gipfel.

Dort war es mal wieder extrem kalt und sehr windig, also gleiches Spiel wie Tags zuvor. Schnell abfellen und auf zur Abfahrt. Auf den Spuren des Vortages lagen mittlerweile wieder mehrere Zentimeter feinster Powder – dementsprechend hatte unser Grinsen auch nochmal zugelegt.

Gegen 14 Uhr war der Spaß dann aber schon vorbei und deshalb gings ab ins gegenüberliegende Skigebietchen, mit einem schnuckeligen Schlepplift. Dort war alles ein bisschen familiärer als man das so gewohnt ist: für 10 € gabs statt einer 2h- eine Halbtageskarte und die Liftnutzung erfolgte auf Vertrauensbasis.

Ums kurz zu machen, es war einfach der Hammer! Nach der ersten Abfahrt war allen klar, es wird gefahren bis der Lift stehen bleibt, was dann auch so durchgezogen wurde.

Mit einer kleinen Stärkung in geselliger Runde auf der Hütte ließen wir dieses für alle Teilnehmer unvergessliche Event dann ausklingen. Somit war dann nur noch Sachen packen und Heimreise übrig und es hieß Abschied nehmen. Also bis zum nächsten Event!

Anmerkung zu den Lawinenunglücken im Schwarzwald am 30.01.2015

Während unserer Anreise haben wir bereits im Radio die ersten Meldungen zu den beiden Lawinenunglücken gehört, die sich an diesem Tag am Feldberg und Herzogenhorn ereignet hatten.

Zunächst waren die Umstände unklar und es gab einige widersprüchliche Meldungen.

Die von vielen Quellen verbreitete Aussage, die Lawine am Herzogenhorn wäre an dessen Südhang abgegangen, verunsicherte uns zunächst, da unsere geplante (und am nächsten Tag auch begangene) Route genau durch diesen Hang verlief und dieser als sehr sicher gilt.

Unser Jugendherbergsvater, Mitglied der Bergwacht, konnte jedoch folgendes klarstellen: die Lawine ging im sogenannten Wechtenkessel ab – einer Rinne die sich vom Gipfel des Herzogenhorns nach Ost-Nord-Ost erstreckt. Die Südseite des Herzogenhorns war unserer und seiner Meinung nach als sicheres Tourengelände einzustufen.

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