2017 – Silvesterskitour

Bei eisigen Temperaturen und nach vielen Stunden Fahrt trafen sich 16 Powders relativ pünktlich am 29. Dezember am Parkplatz in Wirl. Nachdem Essenspäckchen hin und hergereicht und schon das erste Bananenbrot von Kathy verzehrt war, brachten die Fahrer noch die Autos weg und es ging langsam los, dachten wir zumindest. Denn zuerst wurde noch eine Runde mit Sekt auf das Geburtstagskind Sophia angestoßen und gesungen. Dann starteten wir unten auf der Piste und stellten schnell fest, dass die Rucksäcke schwerer waren als erwartet. Dennoch ging es stetig bergauf am Rande der Piste Richtung Sonne. Nachdem wir von der Piste Richtung Loipe abgebogen waren, wurde es langsam ruhiger und es war Zeit unsere besonders schönen Träger zu bewundern: Kohli mit der zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Powder Party Flagge und Moritz mit dem ihn doch leicht überragenden Schnapsski.

Bei schönstem Wetter erreichten wir nach kurzer Zeit unseren ersten Rastplatz und stellten schnell fest, dass doch ein wenig Schnee gefallen war (sobald man nicht mehr auf Ski stand, sank man sehr weit ein). Nach dem Vesper ging es weiter auf dem Forstweg, wo die eifrige Spurarbeit richtig begann. Glücklicherweise waren wir genug Leute, um uns regelmäßig abzuwechseln (an dieser Stelle sei den besonders fleißig Spurenden Dank gesagt und erwähnt, dass hier sowohl Männer als auch Frauen mitgeholfen haben!). Nach der zweiten Pause an der Alpe, bei der schon mal das eine oder andere Bier und Radler ausgepackt wurde und die Dropseat Funktionalität von Damenhosen durchdiskutiert wurde, ging es weiter steil bergauf. Nach einiger Zeit erreichten wir den vielfach angekündigten und den Erfahrenen seit Jahren bekannten Punkt, ab dem man die Heilbronner Hütte zwar sieht, sie aber immer noch circa zwei Stunden entfernt ist. Wir stapften also fleissig weiter und insbesondere für diejenigen, die mit kaum Tourenerfahrung oder sehr sehr schwerem Gepäck unterwegs waren, wurde es sehr zäh. Doch langsam aber sicher kamen wir der Hütte näher und irgendwann war auch der letzte Hang geschafft.

Im Winterraum wurde erstmal Feuer gemacht und die Betten verteilt und auch wenn es noch bis später am Abend dauerte, bis uns tatsächlich warm wurde, waren wir froh es geschafft zu haben. Dank ein paar tapferen motivierten Leuten wurde auch der Brunnen in kürzester Zeit sondiert und ausgegraben und der Rest entdeckte einen großzügigen Vorrat an Bierkisten im Keller.

Und nachdem die letzten eingetrudelt, der Ofen warm und die ersten Tassen Tee getrunken waren, ging es auch schon ans Abendessen. Da Jeremie in der Essensgruppe für den ersten Abend gelandet war, gab es nicht nur das einfache Drei-Gänge-Menü, sondern wir wurden mit ganzen FÜNF Gängen bekocht und es gab Flädlesuppe, Salat mit überbackenem Ziegenkäse, Gulasch/vegetarische Rouladen mit selbstgemachtem Rotkraut und Nudeln und danach noch sowohl einen Brownie als auch eine Gewürzrotweinbirne. Glücklicherweise musste das Rotkraut nicht zwischengelagert werden, so dass dieses Jahr kein Fuchs mit Bauchschmerzen endete. Bevor es ins Bett ging wurde noch kurzerhand mit den Nachzüglern gesprochen, denn für den nächsten Tag war ein Schneesturm angesagt, was dazu führte, dass sich nur ein Teil für den Aufstieg entschied. Außerdem mussten wir gegen Abend noch die Ski, Stöcke und Schneeschuhe nach drinnen retten, da draußen Wind in „ich kann nicht atmen“ Stärke herrschte.

Am nächsten Morgen wachten wir zu eher ungemütlichem Wetter auf und bekamen zunächst die Nachricht, dass die vier Nachzügler um 7 Uhr gestartet waren und wir sie gegen 13 Uhr an der Hütte erwarten konnten. Da das Wetter alles andere als gut war, frühstückten wir in Ruhe und erst dann brach ein Teil der Gruppe langsam Richtung Jöchligrat auf. Leider waren die Sichtverhältnisse so eingeschränkt, dass wir uns bei der Orientierung viel auf das GPS verlassen mussten und schon nach weniger als der Hälfte drehte eine kleine Gruppe um. Nachdem die technischen Probleme von klemmender Bindung und weggeflogenem Fellplastik gelöst waren, konnte dieser Teil der Gruppe abfahren. Doch auch der Rest ließ nicht lange auf sich warten und sparte sich dank suboptimaler Verhältnisse den Spaziergang auf dem Grat.

Nachdem alle wieder auf der Hütte gelandet waren, wurden die Reste des Abendessens aufgewärmt, Tee getrunken und neue Spiele gelernt (der Favorit der Tour wurde Skull King, eine Abwandlung von Wizard, was zu großem Spaß führte – an dieser Stelle sei auch Hermann als Skull King Champion mit vielen Malen 400 Punkten erwähnt). Nicht um 13 Uhr aber zumindest etwas später wurden auch die Nachzügler sichtbar und wurden von einem kleinen Trupp noch im Tal in Empfang genommen. Dank des Wetters, noch mehr Schnee und zwei Schneeschuhneulingen hatten die vier eine heftige Tour hinter sich, aber sie haben es geschafft. Der Nachmittag wurde mit Spielen verbracht und kurz vorm Abendessen trafen noch zwei unbekannte Besucher ein, die dank einer geschlossenen Konstanzer Hütte spontan mit Stirnlampen bis zu uns gekommen waren und einfach gleich mit verpflegt wurden. Auch diesmal gab es ein leckeres Abendessen mit Kürbis-Granatapfel-Paprika-Salat (uneffizient vom Gewichtsverhältnis aber geil), Spätzle mit Linsen und im Anschluss „Eis“ mit heißen Beeren (an dieser Stelle sei erwähnt, dass der Gefrierpunkt von Speiseeis nicht bei 0 Grad liegt sondern deutlich darunter und so gab es eine cremige Mousse statt Eis).

Am nächsten Tag ging es bei strahlendem Sonnenschein Richtung Strittkopf. Ein Teil der Gruppe stieg nochmal auf, um ein paar schöne Lines in den gegenüberliegenden Hang zu ziehen, während der Rest direkt in die Tour startete. Dank der doch nicht ganz optimalen Lawinenlage wählten wir die flachste und entspannte Aufstiegsroute und arbeiteten uns langsam vor, was bei strahlendem Sonnenschein gar kein Problem war. Oben angekommen wurde erstmal gevespert und  die Sonne genossen bis auch die letzten Nachzügler eintrudelten.

Dann ging es nach dem Abfellen nach und nach auf der immer noch recht flachen aber wunderbar pulverigen Abfahrt ins Tal zurück. Auch hier teilte sich die Gruppe noch in die besonders motivierten, die nochmal gegenüber hochliefen, und den Rest, der zur Hütte zurückkehrte. Nachdem irgendwann alle wieder eintrudelten (bis auf Hermann und Kohli die extra extra motiviert auch noch den Jöchligrat machten), fand sich ein Teil der Gruppe auf der Sonnenterasse zum Schneediving ein (die meisten mit und einer fast ohne Klamotten), Johanna erfand das Elektrolyt-Lemon-Bier-Radler, die halb verschneite Boulderwand wurde getestet und irgendwann kamen auch die Übermotivierten wieder an.

Danach wurde in der Hütte Tee getrunken, die Plastikflaschen wieder aufgefüllt (verzeih Kunsstoff – der Respekt vor dem Werkstoff wurde mehrfach hervorgehoben) und irgendwann ging es dann ins Silvesterdinner über. Dazu wurde mit Servietten, Ballongirlande und wie immer offizieller französischer Dinneransage von Jeremie aufgefahren. Die leckere Grießnockerlsuppe, zweierlei Risotto und Schokomousse waren der Hammer und wurden begeistert aufgenommen. Nach dem Essen wurde weitergespielt und später ging es mit Sekt und ähnlichem raus für ein kleines Feuer und Wunderkerzen vor die Schneebar. Keiner wusste so genau, wann wirklich Mitternacht war, aber gratuliert haben wir uns trotzdem. Nach Mitternacht verschwanden nach und nach immer mehr Leute mit unterschiedlichstem Alkoholpegel ins Bett und so blieb die Aufgabe der Rettung der Ski und anderen Sachen vor dem Sturm an drei einsamen tapferen Powders hängen.

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