2019 – 7. Silvester Skitour – Classic Edition

Seit sage und schreibe 7 Jahren gibt es nun die Powder Party Silvestertour auf der Heilbronner Hütte. Damit hat sich die Tour den Namen “Classic Edition” redlich verdient.

Es wurde schon viel geschrieben über diese Tour, die jedes Jahr gleich und doch immer wieder neu ist. Auch wenn Wetter, Teilnehmer und Schneesituation immer unterschiedlich sind, haben sich auf dieser Tour im Laufe der Jahre einige unerschütterliche Konstanten eingebürgert. Zeit diese einmal zusammenzutragen:

Der Start

Treffpunkt ist wie immer in aller Herrgottsfrühe am Parkplatz in Wirl. Obwohl natürlich alle pünktlich um 8:00 Uhr vor Ort sind, dauert es die üblichen 1,5 Stunden sämtliches Essen zu verteilen, Rucksäcke zu packen und Autos umzuparken. Classic ist hierbei vor allem das Auftreten erster leichter Erfrierungen bei der in Eiseskälte (häufig unter -10°C) wartender Mannschaft. Weniger linear, sondern eher exponentiell steigen dagegen von Jahr zu Jahr die Parkplatzgebühren und Anzahl der VanübernachterInnen.

 Der Hüttenzustieg

Lang und gefürchtet ist er – und damit per se schon eine Konstante. Auch die Rucksäcke sind dieses Jahr leider wieder nicht leichter geworden. So arbeitet sich eine große Horde schwer bepackter Skitourengeher mühsam die ersten Meter durch das Skigebiet in Wirl und schließlich über eine laaaaange flache Loipe zum Kops-Stausee. Hier wird kurz abgefahren und kurz darauf durch einen lichten Bergwald in Richtung Verbella Alpe empor gespurt. Wie jedes Jahr hat sich das Feld bis hierhin schon sehr weit in die Länge gezogen. Während die ersten schon wieder ungeduldig mit den Hufen (oder besser Ski) scharren, wird jedoch noch gemütlich in der Sonne auf alle gewartet bis auch die Teilnehmer mit ausgebauten Innenschuhen angekommen sind.
Kurz hinter der Alpe erreicht man den berüchtigten Punkt, ab dem man die Hütte erspähen kann. Die alten Hasen der Tour wissen allerdings längst, dass jegliche Hoffnung auf ein baldiges Erreichen der Hütte hier noch fehlangebracht ist – es sind noch mindestens 2 Stunden!

Die Pausen

Am Hüttenzustieg gibt es immer genau zwei größere Pausen:
Die erste Pause findet klassischerweise am E-Werk am Kops-Stausee statt. Warum genau das beruhigende Summen des Generators, fehlende Sitzgelegenheiten und eher unterschiedliche Aussicht zu diesem Pausenplatz verleiten, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Der einzig logische Grund hier Pause zu machen ist wohl tatsächlich: Die Tradition.
Die zweite – deutlich schönere – Pause findet immer an der Verbella-Alpe statt. Hier wird gemütlich in der Sonne gevespert bevor es an den ersten knackigen Anstieg geht.

Der Erste Abend

Traditionell der Abend, an dem alle total fertig vom langen Aufstieg mit schwerem Rucksack und teilweise der ersten kleinen Powderabfahrt sind. Ausgeblieben ist dieses Jahr das Frieren am ersten Abend, da schon eine Gruppe aus Landsberg vor uns zur Hütte aufgestiegen ist. Schon gegen 21:00 Uhr zieht es die meisten müde in die Matratzenlager. Auch deshalb, weil am nächsten Tag viel Sonne und unendliche unberührte perfekte Powderhänge warten.

Das Essen

3 Gänge sind absoluter Mindeststandard. Gekocht wird traditionell in 3 Kochgruppen. Jeden Abend eine Gruppe. Die Gruppe Silvestermenü konnte dieses Jahr sogar mit Sous-Vide Kocher, Amuse-Geule und 5 Gängen aufwarten, inklusive Stockbrot am Lagerfeuer.

Auch ein Klassiker

Beim Frühstücks- und Vesperproviant wird am ersten Tag immer gespart – es könnte ja zu wenig sein. Spätestens am letzten Tag werden dann aber immer allerhand Leckereien hervorgekramt und in der Gruppe angepriesen, um etwas Gewicht loszuwerden.

 Die Silvesternacht

Kurz nach 22:00 Uhr. Nach einem langen Tourentag mit viel Powderhöhenmetern macht sich Müdigkeit und Erschöpfung in der Hütte breit. Es wird diskutiert, ob man nicht schon etwas früher ins neue Jahr starten könnte. Frei nach dem Motto: “ist doch hier oben sowieso egal”.
Mit einigen Runden Skull King, Wizard, Bohnendealen und den reichhaltigen Getränkevorräten im Keller schaffen es dann doch alle bis Mitternacht durchzuhalten. Die frische Luft draußen vor der Hütte lässt die Müdigkeit verfliegen und alle wünschen sich ein frohes Neues bei Lagerfeuer und Milchstraßenblick. Eifrig wird an der besten Stockbrottechnik getüftelt und die der Nachthimmel nach Sternbildern abgesucht – Feuerwerk gibt es schließlich nicht. Nicht einmal den leisesten Ton davon. So abgelegen liegt die Hütte in den Bergen.

Das Fazit

Wie immer war es eine super Silvestertour! Das großartige Tourengebiet und die urgemütliche Hütte entschädigen immer wieder für den zähen Auf- und Abstieg. Die Organisation war wie immer mindestens so erstklassig wie das festliche Essen. Besonders erstklassig war dieses Jahr auch das Wetter und der Schnee. 4 Tage Sonnenschein und perfekter PowPow – das gab’s so fast noch nie! Wir freuen uns schon jetzt aufs nächste Jahr – auch wegen der ewigen Konstanten.

Einige Impressionen:

 

 

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