2014 – Bodenseeumrundung

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Der Wecker klingelt um Fümpf. Das kann (für Studenten) nur eins bedeuten: PowderParty Event! Treffpunkt ist Oststadt dark side und das Material ist schnell eingeladen. Nachdem die anwesenden Ingenieure von den Klemmeigenschaften des Fahrradträgers auf der Anhängerkupplung bei hohen Geschwindigkeiten mehr oder weniger überzeugt sind geht es los. Wir fahren dem Sonnenaufgang entgegen in Richtung Konstanz am Bodensee. Das Wetter ist traumhaft und soll auch den ganzen Tag so bleiben. Also schnell noch frühstücken, rein in die Radklamotten, „Gesäßcreme“ an die dafür vorgesehenen Stellen, Räder klargemacht, GoPro montiert und ab in den Sattel. Die Vorfreude ist groß und die ersten Kilometer rollen gut, nur ein kleines bisschen Angst vor der angepeilten Kilometerzahl bleibt. Der erste Sichtkontakt mit dem Bodensee und seinen Segelbooten, sogar ein Wakeboarder ist zu sehen, relativiert das langsam auftretende leichte Ziepen im Rücken direkt wieder. Wir haben zwar ein GPS dabei, die intuitive Navigation funktioniert aber auch ganz gut. Solange der See rechts bleibt ist alles gut.

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Kilometer 50: Ein Viertel haben wir ja schon… „Was machen wir hier eigentlich?!?“ Bis Kilometer 80 geht es mühsam, ab 100 läuft wieder alles rund. Punkt 12 Uhr steigt ein Hungergefühl in uns auf, das versprochene Schnitzel in Bregenz liegt aber noch mindestens 2 Stunden entfernt. Wir leihen uns einen Apfel von den Plantagen am Streckenrand und überbrücken so den Heißhunger. Richtig sättigend ist das aber nicht, also Kette rechts und Abfahrt!

In Bregenz angekommen stehen wir vor der geschlossenen Gaststätte, die vor ein paar Jahren noch so leckere Schnitzel serviert hatte. Die Enttäuschung ist groß, der Hunger unendlich. Das gut besuchte Tennisheim nebenan scheint die Erlösung zu bringen, die Essenskarte verspricht Schnitzel. Nachdem die Bedienung alle Gläser vor uns ausleert und zerbricht erfahren wir, dass die Küche nur bis 14:00 serviert. Es ist halb Drei. Also schnell austrinken und ein paar hundert Meter zurückfahren zur nächsten Gaststätte direkt am See, wo uns endlich unser heiß ersehntes Schnitzel erwartet. Es ist köstlich.

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Kurz ausruhen, aber nicht trödeln, es muss ja weitergehen. Mit überfülltem Magen, leichter Reizung der Gesäßmuskulatur, Knieproblemen und schmerzendem Rücken (um nur einige der Wehwehchen zu nennen, wir sind eben auch nicht mehr die Jüngsten) geht es erstmal zäh los, die verdeckte Sicht zum See im Schweizer Abschnitt macht es nicht besser. Der Radweg geht entlang der Bahnschienen und wechselt gefühlt alle 100 Meter von der einen auf die andere Seite. Es fahren zwar viele Züge, wir schaffen es jedoch bis auf ein einziges Mal immer ohne geschlossene Schranken und der damit verbundenen Wartezeit zu kreuzen. Mit dem See rechts und den Apfelbäumen links rollen wir, die letzten Sonnenstrahlen genießend, Konstanz entgegen. Die Uhr zeigt 160 km, wir habens gleich. Die letzten Kilometer schmelzen dahin und wir kommen endlich in Konstanz an. Das Deutsch-Schweizer Oktoberfest und die strömenden Massen in Dirndl und Lederhose lassen kurz Partygelüste aufkommen, aber wir strampeln weiter durch die letzten Straßen zurück zum Auto.

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Nach 180 km und 11,5h (8h reine Fahrtzeit) haben wir die große Runde geschafft. Es war ne geile Tour, vielen Dank an die anderen 2 Bekloppten die sowas mitmachten. Danke an Fabi für die Organisation des Events, welches sich nicht nur wegen der Überquerung von 3 Landesgrenzen wiedermal als Premium-Event herausstellte.

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