Warum in die Ferne schweifen…?

Am 21.08.2020 wagten sich 11 Powders und Powderinnen in die Falkensteiner Höhle. Die Karlsruher Fraktion kam, nach einem kurzen Stopp beim Brezelbäcker, etwas verspätet dafür gestärkt zum Treffpunkt. Unsere Guides statteten uns alle mit einem Neoprenanzug, Helm, Stirnlampe aus. Den beeindruckenden Eingang zur Höhle erblickten wir nach einem erfreulich kurzen Zustieg vom Parkplatz. Nach einem ersten Gruppenfoto stiegen wir voller Vorfreude aber auch mit einer gewissen Anspannung in die Höhle ein.

Diese empfing uns mit der ersten Herausforderung, dem „Demutsschluf“. Mit einem „Schluf“ meint der Höhlenforscher einen Abschnitt in dem man nur gebückt voran kommt. Wir erwiesen der Höhle also unseren Respekt und schritten gebückt ins Dunkle. Bald machten wir auch Bekanntschaft mit dem Wasser. Der erste Reflex, seine Schuhe nicht nass werden zu lassen, war bald vergessen und wir waren froh über die Neoprensocken! Unsere Guides zeigten und erzählten uns in diesem ersten Abschnitt viel über die Höhle und was wir in ihr entdecken konnten, z.B. Donnerkeile, etliche Tropfsteine und alte Eisenringe aus vergangenen Zeiten.

Der 1. Siphon war vermutlich die größte Herausforderung an der ganzen Tour. Diese Stelle konnte man nur mit dem Kopf unter Wasser bewältigen. Ein Seil diente als Führung, an dem man sich durch den 1. Siphon hindurch zog. Vor diesem Stück hatten wir alle etwas Bammel. Die Jungs der Truppe „schauten sich das Ganze mal an“ und die Mädels waren die ersten, die die Stelle meisterten. Geschafft haben es alle ohne Probleme, allerdings ist der Moment, bevor man seinen Kopf in 7° kaltes, dunkles Wasser taucht, tatsächlich eine Erfahrung der besonderen Art gewesen. Es sei verraten, dass es auf dem Rückweg wesentlich einfacher für alle war 😊

Auf dem weiteren Weg zum großen Wasserfall ging es vornehmlich durchs Wasser. Aufmerksamkeit galt den Steinen unterhalb der Wasseroberfläche. „Schienbeinsteine“ lauerten uns auf, um uns schmerzhaft ins Wasser zu schicken. Der Rest der Mannschaft wusste dann aber immerhin wo die Gefahr lauerte! Als kleines Schmankerl gab es noch die „Badewanne“ oder das „Taufbecken“. Im leicht braunen Wasser ließ es sich gut liegen und entspannen. Der große Wasserfall markierte den Endpunkt für 3 Powders. Sie gingen von hier aus wieder zurück zum Eingang der Höhle. Der Rest wagte sich noch tiefer in die schlammigen Gänge der Falkensteiner Höhle.

Von unseren Guides wurden uns Lehmwände und enge Gänge versprochen, aber was wir bekamen, war weit mehr als wir erwartet hatten. Über die Lehmwände ging es tatsächlich nur mit Seil, Trittsicherheit und ordentlich Schmackes im Bizeps. Die körperliche Anstrengung war uns allen sehr recht, denn wir waren von der vorangegangen Höhlen-Fluss-Wanderung trotz Neoprenanzug leicht verkühlt. Unser Guide schockte uns regelmäßig mit Ankündigungen wie, dass wir jetzt in dieses Loch („Wo ist da ein Loch?“) steigen sollten, dann unten links zum Wasser, dann rechts aber nicht zu weit und dann wieder hoch und um die Ecke. Der Clou an der Geschichte, unser Guide kam gar nicht mit, sondern wartete am Ende. Man stelle sich die Gesichter vor… Schlußendlich war der Weg doch gut zu finden und wir kamen alle wieder heil bei unseren Guides an. Den Umkehrpunkt unserer Tour markierte die Königshalle. Diese hat ihren Namen nicht etwa wegen ihrer gewaltigen Größe, sondern weil in ihr ein wirklich majestätischer Stalagmit steht. Keiner von uns hatte etwas derartiges erwartet und dementsprechend groß war die Ehrfurcht und das Staunen bei unserer Ankunft.

Von hier ging es dann wieder zurück. Durch das Waschbrett, den Fuchsbau, über die Lehmwände und vorbei am Krokodil führte uns unser Weg wieder zum 1. Siphon. Der Rückweg war keineswegs langweilig. Aus irgendeinem Grund sah die Höhle aus dieser Perspektive wieder ganz anders aus. Unsere Guides kamen noch auf allerhand lustige und spannende Ideen, um uns zu fordern. Die letzten Meter, bis wir wieder Licht sahen, legten wir ohne Stirnlampen zurück. Dadurch war das Erlebnis, wieder ans Tageslicht zu kommen, noch intensiver. Nach 6 Stunden traten wir wieder aus der Höhle heraus, restlos begeistert aber auch völlig erledigt! Danke an unsere Guides für diese großartige Tour und nicht vergessen: Warum in die Ferne schweifen…?

 

Das könnte dich auch interessieren …